balancio

Franzobel · Soziale Medien und Freiheit


Aus dem Leben | 05.01.2025

Gast: Franzobel | Format: Aus dem Leben | Aufnahmedatum: 25.05.2024 | Dauer: 2:00 Min.

Beschreibung

Schriftsteller Franzobel spricht über Shitstorms in sozialen Medien und warum er darin eine Gefahr für Freiheit und Demokratie sieht – über vorschnelle Urteile, Schubladen und den virtuellen Pranger.

Wie ein Shitstorm entsteht

Franzobel äußert sich unbefangen und will nicht alles hunderttausendmal durchwälzen. Manchmal geht etwas übers Ziel hinaus, dann wird man „dermaßen abgewatscht“. Shitstorms beschreibt er als „virtuellen Wirbelwinde“, die einen beschädigen können: Man wird nicht mehr eingeladen, Leute kaufen keine Bücher mehr. Wer sich als Pazifist äußert, landet schnell in einer Schublade, mit der er nichts zu tun hat.

Verstehen statt an den Pranger stellen

Als Autor will Franzobel verstehen, „warum sind Menschen so wie sie geworden sind“. Der eigenartige Druck in sozialen Medien macht genau dieses Diskutieren schwer. Früher gab es den Pranger, heute passiert das öffentliche Anprangern virtuell, eine Art Cybermobbing gegen ganze Personen. Für Franzobel ist die Freiheit „das wichtigste Gut“, und er sieht sie durch diese Entwicklung in Gefahr. Darum geht es im Video:
  • Wie Shitstorms in sozialen Medien entstehen
  • Warum vorschnelle Urteile Menschen in Schubladen stecken
  • Warum Franzobel Freiheit und Demokratie in Gefahr sieht

Ein ehrliches Gespräch aus der Reihe „Aus dem Leben“ auf balancio.at über Meinungsfreiheit und den Umgang mit Shitstorms.
Warum sind Menschen so wie sie geworden sind, das ist eigentlich das, was mich am meisten interessiert.

Steckbrief: Franzobel

Bekannt als: Schriftsteller, Dramatiker & Ingeborg-Bachmann-Preisträger

Der literarische Durchbruch

Der 1967 als Franz Stefan Griebl in Vöcklabruck (Oberösterreich) geborene Autor absolvierte zunächst ein Studium der Germanistik und Geschichte in Wien, bevor er 1995 mit der Erzählung "Die Krautflut" den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt gewann und damit bekannt wurde.

Roman-Erfolge & Auszeichnungen

Er avancierte in den darauffolgenden Jahrzehnten zu einem der produktivsten heimischen Schriftsteller und feierte mit akribisch recherchierten, historischen Romanen wie "Das Floß der Medusa" (ausgezeichnet mit dem Bayerischen Buchpreis 2017) oder "Einsteins Hirn" (2023) große Erfolge. Sein Schaffen wurde unter anderem mit dem Arthur-Schnitzler-Preis (2002) und dem Nicolas-Born-Preis (2017) gewürdigt.

Prägende Kraft am Theater

Neben seinen epischen Werken etablierte sich Franzobel als gefragter Dramatiker, dessen kontroverse und sprachgewaltige Stücke an renommierten Häusern wie dem Wiener Burgtheater und dem Volkstheater uraufgeführt wurden. Zudem schrieb er Stücke für Sommer- und Freilichtbühnen, etwa für das Theater im Hausruck, die Sommerspiele Melk oder die Seebühne St. Gilgen.

Sprachvirtuose mit Kultstatus

In der europäischen Literaturkritik wird er als literarischer Grenzgänger für seine überbordende Wortschöpfungskraft, den meisterhaften Einsatz von absurdem Humor und seine satirische Gesellschaftskritik geschätzt. Franzobel ist bekannt dafür, historische Tragödien und österreichische Realitäten erzählerisch opulent neu zu interpretieren.

Du möchtest selbst mit jemandem reden?
Auf balancio.at findest du Spezialist:innen in deiner Nähe, die dich begleiten.

Weitere Videos

Von der Malerei zur Literatur
Aus dem Leben
Menschen
Ingeborg-Bachmann Preis
Aus dem Leben
Menschen
Corona und Existenzängste
Aus dem Leben
Die Herausforderungen des Alters
Aus dem Leben
Erfolg und Panikattacken
Aus dem Leben
Spagat Familie und Beruf
Aus dem Leben
Die Gefahr depressiver Rollen
Aus dem Leben
Manipulation im TV
Aus dem Leben
Der mentale Druck der Bühne
Aus dem Leben