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Franzobel · Ingeborg-Bachmann Preis


Aus dem Leben | 29.09.2024

Gast: Franzobel | Format: Aus dem Leben | Aufnahmedatum: 25.05.2024 | Dauer: 3:46 Min.

Beschreibung

Schriftsteller Franzobel erzählt, wie der Ingeborg-Bachmann-Preis 1995 sein Leben auf den Kopf stellte – von der Nervosität als unbekannter Autor über den plötzlichen Ruhm bis zur Erkenntnis, dass Erfolg süchtig macht.

Als Unbekannter zum Bachmann-Preis

1995 fuhr Franzobel als völlig unbekannter Autor zum Wettbewerb. Seine Bücher waren in Kleinstverlagen erschienen, verkauft hatte er 40 bis 60 Stück. Die Anspannung war groß, er war „wahnsinnig nervös“ und rechnete höchstens mit dem fünften Preis. Trotz Jurydiskussionen über seinen experimentellen Text gewann er. Noch nach fast 30 Jahren sprechen ihn Menschen auf diesen Auftritt an.

Wenn plötzlicher Ruhm überrollt

Danach wurde er überall erkannt, das Telefon läutete drei Tage lang ununterbrochen, es kamen Berge an Post und sogar so etwas wie Stalker. Zuerst glaubte er, all das passiere, „weil die mich so lieben, weil ich so großartig bin“. Mit der Zeit merkte er, dass es um seine Funktion als Preisträger ging, nicht um ihn. Eine Krise blieb aus, er sei „in kein Loch gefallen“. Gegen eine Schreibblockade setzte er darauf, möglichst viel zu produzieren. Heute sieht er das als Fehler, weil er zu viel gemacht hat. Darum geht es im Video:
  • Wie Franzobel als unbekannter Autor den Bachmann-Preis gewann
  • Wie sich plötzlicher Ruhm nach dem Preis anfühlt
  • Warum er heute sagt, dass er damals zu viel gemacht hat

Ein ehrliches Gespräch aus der Reihe „Aus dem Leben“ auf balancio.at über Nervosität, plötzlichen Ruhm und den Umgang mit Erfolg.
Die Gegenstrategie zur Schreibblockade ist, möglichst viel zu produzieren.

Steckbrief: Franzobel

Bekannt als: Schriftsteller, Dramatiker & Ingeborg-Bachmann-Preisträger

Der literarische Durchbruch

Der 1967 als Franz Stefan Griebl in Vöcklabruck (Oberösterreich) geborene Autor absolvierte zunächst ein Studium der Germanistik und Geschichte in Wien, bevor er 1995 mit der Erzählung "Die Krautflut" den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt gewann und damit bekannt wurde.

Roman-Erfolge & Auszeichnungen

Er avancierte in den darauffolgenden Jahrzehnten zu einem der produktivsten heimischen Schriftsteller und feierte mit akribisch recherchierten, historischen Romanen wie "Das Floß der Medusa" (ausgezeichnet mit dem Bayerischen Buchpreis 2017) oder "Einsteins Hirn" (2023) große Erfolge. Sein Schaffen wurde unter anderem mit dem Arthur-Schnitzler-Preis (2002) und dem Nicolas-Born-Preis (2017) gewürdigt.

Prägende Kraft am Theater

Neben seinen epischen Werken etablierte sich Franzobel als gefragter Dramatiker, dessen kontroverse und sprachgewaltige Stücke an renommierten Häusern wie dem Wiener Burgtheater und dem Volkstheater uraufgeführt wurden. Zudem schrieb er Stücke für Sommer- und Freilichtbühnen, etwa für das Theater im Hausruck, die Sommerspiele Melk oder die Seebühne St. Gilgen.

Sprachvirtuose mit Kultstatus

In der europäischen Literaturkritik wird er als literarischer Grenzgänger für seine überbordende Wortschöpfungskraft, den meisterhaften Einsatz von absurdem Humor und seine satirische Gesellschaftskritik geschätzt. Franzobel ist bekannt dafür, historische Tragödien und österreichische Realitäten erzählerisch opulent neu zu interpretieren.

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