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Franzobel · Medien und Shitstorm


Aus dem Leben | 31.08.2024

Gast: Franzobel | Format: Aus dem Leben | Aufnahmedatum: 25.05.2024 | Dauer: 2:13 Min.

Beschreibung

Schriftsteller Franzobel spricht über sein öffentliches Bild in den Medien – über den Unterschied zwischen privater und öffentlicher Person, polemische Äußerungen und Shitstorms, die den ganzen Menschen treffen.

Privatperson und öffentliches Bild

Wer Franzobel persönlich trifft, ist oft überrascht. Menschen sagen ihm: „du bist ja gar nicht so arrogant, wie du rüberkommst in den Medien“. Das Bild in den Medien hat mit ihm als Mensch oft wenig zu tun, und er kann es kaum beeinflussen. Dafür wird er geliebt oder gehasst. Seine Bewältigungsstrategie: das möglichst zu ignorieren und der Außenwelt kein zu großes Gewicht zu geben.

Wenn der ganze Mensch abgelehnt wird

Franzobel will sich einen kindlichen, naiven Zugang bewahren und damit auch ein Stück Authentizität. Dazu gehört, dass seine politischen Äußerungen manchmal übers Ziel hinausschießen. Durch soziale Medien entstehen heute sehr schnell Shitstorms, statt Dinge auszudiskutieren. Kritisiert wird dann nicht mehr die Äußerung, sondern „gleich der ganze Mensch und mit dem Menschen auch gleich das ganze Werk abgelehnt“. Darum geht es im Video:
  • Warum das Bild in den Medien oft nicht dem echten Menschen entspricht
  • Wie Franzobel mit Liebe und Hass von außen umgeht
  • Warum Shitstorms heute den ganzen Menschen treffen

Ein ehrliches Gespräch aus der Reihe „Aus dem Leben“ auf balancio.at über öffentliche Wahrnehmung, Kritik und Shitstorms.
Man ist irgendwie ein öffentliches Bild, das mit mir als Mensch oft gar nichts zu tun hat.

Steckbrief: Franzobel

Bekannt als: Schriftsteller, Dramatiker & Ingeborg-Bachmann-Preisträger

Der literarische Durchbruch

Der 1967 als Franz Stefan Griebl in Vöcklabruck (Oberösterreich) geborene Autor absolvierte zunächst ein Studium der Germanistik und Geschichte in Wien, bevor er 1995 mit der Erzählung "Die Krautflut" den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt gewann und damit bekannt wurde.

Roman-Erfolge & Auszeichnungen

Er avancierte in den darauffolgenden Jahrzehnten zu einem der produktivsten heimischen Schriftsteller und feierte mit akribisch recherchierten, historischen Romanen wie "Das Floß der Medusa" (ausgezeichnet mit dem Bayerischen Buchpreis 2017) oder "Einsteins Hirn" (2023) große Erfolge. Sein Schaffen wurde unter anderem mit dem Arthur-Schnitzler-Preis (2002) und dem Nicolas-Born-Preis (2017) gewürdigt.

Prägende Kraft am Theater

Neben seinen epischen Werken etablierte sich Franzobel als gefragter Dramatiker, dessen kontroverse und sprachgewaltige Stücke an renommierten Häusern wie dem Wiener Burgtheater und dem Volkstheater uraufgeführt wurden. Zudem schrieb er Stücke für Sommer- und Freilichtbühnen, etwa für das Theater im Hausruck, die Sommerspiele Melk oder die Seebühne St. Gilgen.

Sprachvirtuose mit Kultstatus

In der europäischen Literaturkritik wird er als literarischer Grenzgänger für seine überbordende Wortschöpfungskraft, den meisterhaften Einsatz von absurdem Humor und seine satirische Gesellschaftskritik geschätzt. Franzobel ist bekannt dafür, historische Tragödien und österreichische Realitäten erzählerisch opulent neu zu interpretieren.

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