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Franzobel · Erfolg und Glück


Aus dem Leben | 26.08.2024

Gast: Franzobel | Format: Aus dem Leben | Aufnahmedatum: 25.05.2024 | Dauer: 2:18 Min.

Beschreibung

Schriftsteller Franzobel spricht darüber, warum Erfolg nicht glücklich macht – über den Sog des Erfolgs, das Gefühl, funktionieren zu müssen, und echtes Glück beim Schreiben.

Warum Erfolg süchtig machen kann

Franzobel hat erlebt, dass Erfolg „schon ein bisschen süchtig macht“. Ausverkaufte Stücke, Romane mit mehreren Auflagen, begeisterte Kritiken: Man will dieses Gefühl immer wieder. Doch wenn der Erfolg da ist, sehnt er sich danach, dass er wieder vorbei ist. Statt Glück erlebt er „so ein komischer abgetauchter Dämmerzustand“. Er muss funktionieren, gibt Interviews und spürt ständig den Körper. Diesen Stress beschreibt er als ständiges Überlegen, ob etwas versagt oder er Termine absagen muss.

Glück im Schreiben finden

Glück findet Franzobel, wenn diese Zeit vorbei ist und er wieder im Schreiben ist. Dann erlebt er „so ein Einsein“ mit sich, seiner Arbeit und der Welt. In der Erfolgszeit fehlt ihm dagegen die Authentizität: „ich bin nicht mehr in mir, ich habe keine Zeit mehr zu denken“. Darum geht es im Video:
  • Warum Erfolg und Glück nicht dasselbe sind
  • Wie sich Erfolgsdruck im Körper zeigen kann
  • Wann Franzobel beim Schreiben echtes Glück erlebt

Ein ehrliches Gespräch aus der Reihe „Aus dem Leben“ auf balancio.at über Erfolg, Glück und das Bei-sich-Sein.
Glück ist für mich eher, wenn die Zeit wieder vorbei ist, wo ich wieder im Schreiben bin.

Steckbrief: Franzobel

Bekannt als: Schriftsteller, Dramatiker & Ingeborg-Bachmann-Preisträger

Der literarische Durchbruch

Der 1967 als Franz Stefan Griebl in Vöcklabruck (Oberösterreich) geborene Autor absolvierte zunächst ein Studium der Germanistik und Geschichte in Wien, bevor er 1995 mit der Erzählung "Die Krautflut" den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt gewann und damit bekannt wurde.

Roman-Erfolge & Auszeichnungen

Er avancierte in den darauffolgenden Jahrzehnten zu einem der produktivsten heimischen Schriftsteller und feierte mit akribisch recherchierten, historischen Romanen wie "Das Floß der Medusa" (ausgezeichnet mit dem Bayerischen Buchpreis 2017) oder "Einsteins Hirn" (2023) große Erfolge. Sein Schaffen wurde unter anderem mit dem Arthur-Schnitzler-Preis (2002) und dem Nicolas-Born-Preis (2017) gewürdigt.

Prägende Kraft am Theater

Neben seinen epischen Werken etablierte sich Franzobel als gefragter Dramatiker, dessen kontroverse und sprachgewaltige Stücke an renommierten Häusern wie dem Wiener Burgtheater und dem Volkstheater uraufgeführt wurden. Zudem schrieb er Stücke für Sommer- und Freilichtbühnen, etwa für das Theater im Hausruck, die Sommerspiele Melk oder die Seebühne St. Gilgen.

Sprachvirtuose mit Kultstatus

In der europäischen Literaturkritik wird er als literarischer Grenzgänger für seine überbordende Wortschöpfungskraft, den meisterhaften Einsatz von absurdem Humor und seine satirische Gesellschaftskritik geschätzt. Franzobel ist bekannt dafür, historische Tragödien und österreichische Realitäten erzählerisch opulent neu zu interpretieren.

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