Flop. Es gibt natürlich verschiedene Zugänge und Definitionen davon, was ist ein Flop. Ist etwas ein kommerzieller Flop und vor allem in welchem Zeitraum mittlerweile. Mittlerweile ist es ja so, dass Filme, die im ersten Anlauf gar nicht viele Menschen interessieren, dann in der Zweit- und Drittauswertung noch auf sehr gute Zahlen kommen können. Oder ist ein Flop, weil jemand befindet oder eine Mehrheit von Kritikerinnen und Kritikern befindet, das ist ein misslungener Film.
Das muss man zur Kenntnis nehmen, aber wichtig ist, wie es einem selbst damit geht. In meiner bisherigen Karriere wäre mein Flop nach Zahlen die Verfilmung von Darum, das von Daniel Glattauer und ich mag diesen Film bis heute sehr gern. Es kann sein, oder ist ziemlich sicher so, dass die Übersetzung vom sehr erfolgreichen Roman, der sehr viel inneren, sarkastischen Monolog hat, auf den Leinwand nicht super funktioniert hat oder mir nicht ideal gelungen ist.
Aber nicht mal da habe ich es geschafft, in meine Biografie schreiben zu können, ich habe die zwei erfolgreichsten Filme und den schlimmsten Flop in die Welt gesetzt, weil wie mir der Direktor des Filminstituts versichert hat, auch die Zahlen von Darum mit knapp über 10.000 weit aus unterboten wurden und werden. Ich glaube, das Wesentliche ist, dass man für sich was lernt und dass man Reaktionen von Menschen die man einschätzen kann, das müssen nicht unbedingt welche sein, mit denen man befreundet ist, aber welche, man einschätzen kann, deren Urteil gewinnt dann natürlich einen Wert. Aber das ist doch nie auszuschließen, dass man mit der Zeit noch klüger wird.
Weil es gibt ein paar Stellen in meinen Filmen, wo ich mir die anschaue und mir denke, da wolltest du zu viel und da hast du was mitgeschleppt aus einer alten Drehbuchversion, das hätte man besser machen können. Das wäre sehr seltsam, man einen Film- oder kunstschaffender Mensch ist, wenn man das gar nicht hat. Wenn man immer davon ausgeht, dass es sowieso nicht besser geht, als man selbst das tut, das hielt ich für bedenklich.
Was ich nicht habe, ich hadere nicht mit meiner Vergangenheit. Ich weiß, dass ich mich bemüht habe, immer so wie ich mich jetzt bemühe für die nächsten Projekte. Ich bin nirgendwo absichtlich eine Fehlerquelle eröffnet, keinesfalls. Das war ein State of the Art, deswegen kann ich mir relativ ruhig alte Filme von mir anschauen. Ich bemerke eben ein paar Dinge die ich nicht mehr so tun würde.
Aber ich weiß, dass es eben damals so war und dass ich es nicht besser konnte. Und das ist eine sage ich mal, friedensstiftende Zustand.