Ich war lange, bevor ich mich für Filme interessiert habe, ein sehr gern schreibender Knabe und junger Mann. ich habe für meine Band ich weiß nicht, an die 200 Liedertexte geschrieben, das hat mir Freude gemacht. Ich habe als Journalist auch längere doppelseitige Artikel fürs Feuilleton geschrieben, das mochte ich. Irgendwann habe ich mich natürlich dann mit dem wachsenden Interesse für Filme dafür interessiert, was ist ein Drehbuch?
Und es gibt so diese alte, niemals umzustoßende Wahrheit. Wenn du gerne selber Drehbücher schreiben willst, dann liest so viele, wie du in die Finger kriegen kannst. Das habe ich gerne getan. und dann war der Einstieg einer, dass ich gemeinsam mit dem Roland Düringer und dem Alfred Dorfer ihr Bühnenstück Muttertag adaptiert habe für die Leinwand. Das war ein interessanter Prozess, weil so wirklich gut konnte es nicht mal ich, ich konnte es besser als die anderen.
Ich habe auch so Ausbildungen besucht und hatte gute Lehrerinnen, das waren eigentlich ausschließlich Frauen, die mich ausgebildet haben. Mit denen ich bis heute noch korrespondiere, soweit sie noch leben. Und irgendwie aus dieser Adaption von Muttertag ist bei mir entstanden, dass es eigentlich völlig normal ist, dass man mit mehreren Menschen an einem Drehbuch schreibt. Das mache ich bis heute sehr gern.
Ich habe schon die verschiedensten Paarungen hinter mich gebracht oder Teams hinter mich gebracht. Ich glaube, das Wesentliche ist, dass man Eitelkeiten vermeiden kann untereinander. Nicht, dass wir sie nicht alle hätten, aber die haben dort nichts verloren, sondern da geht es nur um die Sache. Und die bessere Idee ist die bessere Idee. Das sagt sich leichter als man es durchführt, aber es funktioniert.
Wenn man das strikt befolgt, dass es nur darum geht, welcher Gedanke oder welche Lösung besser, dann bewegt sich was. Kann ich nach 30 Jahren sagen, wo ich 30 Prozent der Bücher alleine geschrieben habe, die anderen aber immer mit anderen Leuten und ich liebe es. Das ist dann ein Mehrphasenprozess. trifft sich, überlegt sich, was soll überhaupt passieren, was für eine Geschichte wollen wir erzählen.
Das konkretisiert sich ja dann schnell. Dafür sind Sitzungen unersetzlich. Vor allem welche, wo man körperlich anwesend ist. Und wenn man dann die Disziplin hat, das ist eine der teilnehmenden Personen, dass das notiert wird, was da an Gedanken geflogen ist, dann kann jeder für sich anfangen und dann kann man das zusammenlegen und vergleichen, kombinieren, verarbeiten. Ich glaube, das Wesentliche ist das was ich gerade vorhin erwähnt habe.
Dass man sich seiner selbst so bewusst sein muss, dass man weiß, man die Menschen, mit denen man das machen will, dass man die ernst nimmt als Talente, als Menschen, die Fähigkeiten haben, aber dabei natürlich nie vergessen darf, dass man selbst den Anspruch auf das auch hat. Und das funktioniert eigentlich, also ich kann mich nicht erinnern dass es jemals nicht funktioniert hätte. Ich hatte einmal das Beispiel von einem sehr talentierten Mensch der gewohnt war, seine Texte selbst zu schreiben, was mich überhaupt nicht gestört hat, der hat nur das Problem gehabt, ich nicht kannte, dass er absolut konfliktunfähig war.
Das heißt, der hat bei jeder Konfrontation gesagt, ja, ist gut, das machen wir so. Und dann nach zwei Wochen kam dann plötzlich was ganz anderes daher. das ist ermüdend. Das ist der einzige Fall, wo wir dann keine Ergebnisse vorgebracht haben, das eine Endlosschleife war. Wenn sich jemand nicht stellen kann und nicht klar artikulieren, wenn es drauf ankommt, also sagt, das mag ich, das mag ich nicht, dann ist das Arbeiten im Team schwierig.