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Harald Sicheritz · Das eigene Verständnis von Regie


Aus dem Leben | 12.08.2026

Gast: Harald Sicheritz | Format: Aus dem Leben | Aufnahmedatum: 29.06.2024 | Dauer: 6:15 Min.

Beschreibung

Filmregisseur Harald Sicheritz erzählt, was für ihn gute Regie und Führung am Filmset ausmacht – über leises Sprechen statt Schreien, Respekt für alle im Team und seine persönlichen Stressvermeider.

Regie als angewandte Psychologie

Für Sicheritz hat Regieführen viel mit Psychologie zu tun. Er zitiert Elia Kazan, für den Regie bedeutet, „Psychologie in Verhalten zu übersetzen“. Schreien findet er leicht lächerlich, denn „nur die Dummheit braucht Lärm“. Kritik bespricht er leise und zu zweit, damit niemand vor anderen bloßgestellt wird. Aus seiner Zeit mit der Rockband weiß er, dass das Niveau mit den Schwächsten steht und fällt. Darum sollen alle das Gefühl haben, gleich viel wert zu sein.

Ruhe statt Stress am Filmset

Filmdrehs sind komprimiert, konzentriert und manchmal stressig. Gute Vorbereitung, Alternativen zum eigenen Plan und Mitarbeiter:innen, denen er vertraut, sind seine persönlichen Mittel gegen Stress. Was ihn ärgert, ist, wenn andere am Set Menschen herumschubsen oder blöd anreden. Fühlen sich alle ernst genommen, ist die Arbeit mit der Gruppe für ihn um gut die Hälfte weniger Aufwand. Darum geht es im Video:
  • Warum Schreien am Filmset nichts bringt
  • Wie man ein Klima schafft, in dem alle ihr Bestes geben können
  • Wie gute Vorbereitung Stress beim Drehen vermeidet

Ein ehrliches Gespräch aus der Reihe „Aus dem Leben“ auf balancio.at über Führung, Respekt und Gelassenheit im Filmgeschäft.
Nur die Dummheit braucht Lärm.

Steckbrief: Harald Sicheritz

Bekannt als: Regisseur, Drehbuchautor & Produzent

Der Durchbruch im Austro-Kino

Der 1958 in Stockholm geborene und in Wien aufgewachsene Filmemacher prägte die heimische Filmlandschaft ab 1993 nachhaltig, als er mit der Kult-Komödie "Muttertag" (basierend auf dem Kabarettprogramm von Schlabarett) sein Kino-Regiedebüt feierte.

Rekorde & Meilensteine

Sicheritz führte Regie bei einigen der kommerziell erfolgreichsten österreichischen Kinofilme, darunter der Kassenmagnet "Hinterholz 8" (1998) mit über 600.000 Kinobesuchern sowie die Komödie "Poppitz" (2002).

Serien-Hits & TV-Erfolge

Auch im Fernsehen verantwortete er als Regisseur und Autor große ORF-Erfolge, unter anderem mit der Arbeitsplatz-Satire "MA 2412" (1998–2002), einigen Staffeln des Kaisermühlen-Blues und Folgen der Gesellschaftssatire "Vorstadtweiber" (2015–2022).

Ausgezeichnete Kultfigur

Als dreifacher Romy-Preisträger, Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien (2013) und des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst (2016) gilt Sicheritz als einer der prägenden Regisseure der österreichischen Filmkomödie, der den Wiener Schmäh massentauglich auf die Leinwand brachte.

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