Ich war ja Bauleiter und bin aber schon in der Schulzeit darauf gekommen, dass ich etwas anderes machen möchte. Nämlich Kabarett hat mich irgendwie fasziniert. Den Erwin Steinhauer habe ich dann viele Jahre später getroffen und er hat mir gesagt, das ist die Königsdisziplin, weil du mit selbstgeschriebenem Text auf der Bühne stehst, und zwar ohne Netz. Du kannst dich auch nicht ausreden auf einen Regisseur, wo ich sage: „Schauen Sie, ich bin ja nur Werkzeug. Der hat das so inszeniert und der will, dass ich das so mache, dass ich jetzt mit einem Bermudashirt brüllend über die Bühne renne und „Freies Palästina" schreie."
Du schreibst dir dein Ding ja selbst und stehst dann auch hinter dem. Und ich habe immer schon Liedtexte geschrieben und dergleichen. Es lag auf der Hand, dass ich nicht in der Baubranche bleibe. Was man dem Österreicher nicht zwingend lernt, in der Schule schon gar nicht und im Elternhaus selten, dass es auch etwas anderes gibt, als du einmal gelernt hast. Du entscheidest dich eigentlich mit 14, falls man das Entscheidung nennen kann. Du stolperst in eine Richtung und dort solltest du dann bleiben.
Diese Veränderung muss man in der Gesellschaft oft erklären. Und das war natürlich auch bei mir, weil ich war eigentlich ein nicht unerfolgreicher Bauleiter und mein Vater war ganz stolz, weil der kam selbst vom baunahen Genre und hat gesagt: „Na Gery, du hast so schöne Baustellen und das ist alles so." Und dann lässt man das hinter sich. Aber ich sehe es ja nicht als hinter sich.
Für mich ist es so, wir arbeiten auf verschiedenen Ebenen. Ich glaube, es ist genau ein Ding, was ich mitgenommen habe, was mich dann zu dem macht, der ich heute bin. Das heißt, ich habe auch nie Abschied davon genommen. Ich könnte auch, glaube ich, wieder anfangen, will es aber nicht.