Umgang mit Kritik ist ein großes Thema, weil es dich ja nicht nur betrifft als das, was du auf der Bühne ablieferst, sondern auch das, was du zu Hause erlebst. Also generell, wie geht man damit um, dass einem ein anderer sagt, wie es auch sein könnte? Ich bin mittlerweile so weit, dass ich sage: „Wer hat es gesagt? Und was hat der schon gemacht?"
Weil es gibt ja Kritik und Kritik. Es gibt die konstruktive Kritik, die dich durchaus weiterbringt, und dann gibt es einfach dieses Reingepöbel von irgendjemandem, der eigentlich aus seiner Grundahnungslosigkeit seinem Frust Luft macht. Und das eine vom anderen zu unterscheiden, ist nicht einfach, weil man ja den Absender selten kennt. Das ist irgendein Unterlevel vom Internet und der kübelt da halt irgendwie seinen Tag raus.
Leute, die selbst schon was gemacht haben und einem dann Kritik geben, die gehen meist sehr zärtlich mit dir um und dann kann man es auch anders nehmen. Und wenn ich irgendwann in die Verlegenheit kommen sollte, selbst jemandem Kritik zu geben auf Anfrage hoffentlich, dann versuche ich das hoffentlich auch so zu formulieren, dass er es gut nehmen kann. Weil was ist schon besser und schlechter?
Also immer anders ist bald einmal was, aber dass es dann zwingend besser ist. Weißt du, wenn du dein Publikum breit gefächert hast, dem gefällt das, dem gefällt das. Für einen ist bald was zu ordinär, für einen anderen hätte er aber auch ein bisschen mehr Kritik üben können. Weißt du, ist allen Menschen recht getan. Also sich dem Publikum anzubiedern will ich jetzt sowieso nicht.
Das ist ein Angebot ans Publikum. Sie nehmen es offensichtlich breit gefächert gerade auf. Das ist ein Glück, das mich trägt. Aber ich würde jetzt nicht einen anderen Text schreiben, weil man es von mir erwartet. Also da würde ich lieber was anderes machen.