Was die wenigsten wissen, was ich eigentlich auch fast gar nicht mehr glauben kann, aber ich bin ein extrem schüchterner Mensch. Ich war immer total unsicher, wenn es darum gegangen ist, ein Referat in der Schule zu halten oder einmal an die Tafel geholt zu werden, um ein Beispiel zu rechnen oder so etwas wie Entscheidungsprüfung. Das war für mich immer die absolute Grenzsituation, vor Menschen sprechen zu müssen.
Und trotzdem hat mich das Thema Bühne immer irgendwie total fasziniert und ich habe mir aber nie vorstellen können, dass ich das jemals zu meinem Beruf machen würde. Und ich kann mich dann auch noch erinnern, dass ich mit 18, 19 herum den ersten Schulball von uns moderiert habe, obwohl ich ein bisschen länger gebraucht habe für die Schule. Ich war quasi in der Siebten erst, wie ich den Schulball von der Achten moderiert habe, aber das war meine Stammklasse und ich war so nervös zum ersten Mal auf dieser Bühne und ich glaube, ich habe auch das eine oder andere Getränk zu viel getrunken. Dafür schäme ich mich noch heute.
Habe es aber dann doch Gott sei Dank überlebt. Und wie ich dann fertig war und die Veranstaltung vorbei war, das war ein Glücksgefühl sondergleichen und ich habe gesagt, das möchte ich immer und immer wieder erleben. Und deswegen nenne ich die Bühne für mich meine persönliche Droge. Es gibt nichts Schöneres, als die Energie, die Menge, die Leute zu spüren, wenn man einfach etwas zurückbekommt.
In meinem Fall bin ich der DJ oder der Moderator bei einer Gala oder so und ich gehe auf die Bühne, erzähle etwas und ich sehe, dass die Leute mich sehen und eine Reaktion geben, indem sie dann klatschen, applaudieren oder als DJ, dass sie dann tanzen vor dir, feiern, mitsingen, Party feiern. Es ist so ein großes Glücksgefühl, dass ich dieses am liebsten bis zum Lebensende immer wieder erleben möchte. Eine Geschichte, die auch immer wieder in den Medien vorkommt, ist das, warum passiert es, dass große Künstler in ein so tiefes Loch fallen können? Die haben doch alles, was sie wollen. Sie haben schöne Frauen, Männer, sie haben viel Geld, sie haben Erfolg und trotzdem gibt es dann viele, die mit Drogen oder Alkohol ein Problem kriegen.
Das kann ich im Klitzekleinen nachvollziehen, wenn man dann auf einer Bühne steht, zum Beispiel Donauinselfest in Wien. Du hast 100.000 Menschen vor dir. Du stehst dort oben ein, zwei, drei Stunden und du merkst die Energie vom Publikum und du spürst es. Und das Adrenalin, das geht immer weiter nach oben, weiter nach oben. Und das ist so eine positive Erschöpfung.
Und dann ist dieses Ding vorbei. Du gehst von der Bühne in dieses sogenannte schwarze Loch und hinter der Bühne wartet einer, schaut auf dich und sagt: „Bist du auch schon fertig? Fahren wir heim." Und eine halbe Stunde später sitzt du dann in einem Hotelzimmer alleine. Da kann schon echt einiges passieren mit Menschen, die vielleicht ein bisschen labil im Kopf sind. Bei uns war es Gott sei Dank früher immer so, wie wir mit der Ö3-Disco unterwegs sind oder Ö3 Beach Mania, Ö3 Mountain Mania.
Wir haben dann nach den Veranstaltungen immer die Nacht zum Tag gemacht und ordentlich Party gefeiert. Deswegen ist mir das nie passiert. Gott sei Dank. Aber wie gesagt, die Energie, ich liebe das.