Ich war ein sehr fleißiger Schüler, unter Anführungszeichen. Ich habe die siebte Gymnasium dreimal gemacht. Begonnen hat es eigentlich schon mit 13, erste Nachprüfung, vierte, zweite Nachprüfung, fünfte, sechste. Meine Sommer waren immer eher schwierig, was das betrifft. Also immer viel lernen müssen, das nachholen, was ich das Jahr nicht gemacht habe. Und mit 17 war es dann irgendwie ganz aus.
Mit 17 habe ich dann einfach das Thema Schule so weit hintangestellt, dass ich mir gedacht habe, das brauche ich überhaupt nicht mehr. Deswegen bin ich auch sitzen geblieben. Das Jahr darauf bin ich wieder sitzen geblieben. In der gleichen Schule, gleiche Lehrer gehabt, auf jeden Fall die Siebte dann dreimal gemacht. War aber für mich eine total wichtige, prägende Zeit, weil in dieser Phase eigentlich mein gesamtes Berufsleben entstanden ist. Ich habe damals mit 17 einen Mobildiscoverleih gegründet mit zwei Freunden und zum Glück sind wir immer noch extrem gut befreundet und wir haben in der Nacht lieber in irgendwelchen Vereinshäusern oder bei Schulbällen aufgelegt.
Und auch wenn wir gewusst haben, am nächsten Tag um acht Uhr ist die Lateinschularbeit, war es immer noch vier in der Früh, bis wir dann erst einmal zum Abbauen angefangen haben. Uns war das einfach wichtiger und mir vor allem war es extrem wichtig und das war so eine prägende Zeit. Und wenn man weiß, dass ich das heute beruflich mache, war es die richtige Zeit.
Ich habe bei einer Konzertagentur zu dieser Zeit begonnen zu arbeiten und das war Wahnsinn. Ich habe dann fünf Jahre lang neben der Schule die größten Konzerte, die es überhaupt damals in Oberösterreich, ich bin in Linz aufgewachsen, gegeben hat, betreuen dürfen, von Michael Jackson bis Dire Straits, von Roxette bis Bob Dylan und war dann sogar Crew Chief in dieser Phase. Das müssen Sie sich vorstellen. Ich war 18 Jahre alt, bin eigentlich nur in die siebte Klasse gegangen, habe aber schon Führerschein gehabt und bin am Abend als Crew Chief bei einem Konzert in der Linzer Sporthalle gewesen, verantwortlich für 30, 40, 50 Leute und hätte am nächsten Tag Englischschularbeit gehabt. Und dreimal dürfen wir raten, was mir wichtiger war. Nämlich das Berufliche. Hätte es damals schon ein Handy gegeben, ich glaube, ich hätte die Schule nicht beendet.
Ich gebe es ganz ehrlich zu, die Schule war eine Art mein Büro. Es hat keine andere Lösung gegeben, um Leute zu treffen, Leute zu akquirieren für meine Jobs als in der Schule und deswegen habe ich gedacht, dann kann ich gleich dort bleiben und war dann oft körperlich anwesend, geistig selten.