Die mentale Komponente im Sport hat schon eine große Bedeutung und auch, wie man sich selber auch mental polt, einstellt auf ein Spiel und Fußballer können schrecklich abergläubig sein und ich immer gesagt, das ist eigentlich die simpelste Form von mentalem Training, weil wenn jetzt ein Spieler sagt, ich ziehe mir jetzt erst den rechten Schuh statt den Linken an, damit ich gut spiele, dann glaubt er auch dran und dann ist das schon einmal die erste Maßnahme, dass er sich positiv einstellt auf das Spiel. Ich war selber auch immer ein bisschen abergläubig, bei mir war es auch immer sehr wichtig, dass ich den ersten Zweikampf gut absolviere. Also das ist ja generell für einen Fußballer von großer Bedeutung, dass er schnell ins Spiel findet, dass er sich wohlfühlt und für mich war immer so der erste Zweikampf und wenn man der gelungen ist, dann habe ich gleich bisschen Selbstvertrauen gehabt.
Wenn er misslungen ist, dann habe ich gewusst, hoppla, jetzt muss ich aufpassen und da möchte ich eine lustige Anekdote dazu erzählen. Haben damals gegen Sturm Graz, es waren damals auch schon heiße Duelle und da war das magische Dreieck bei Sturm Graz, das war der Ivo Vastic, der Mario Haas und der Hannes Reinmayr und wir haben das bei uns auch aufgeteilt auf drei Verteidiger, das war der Peter Schöttel und ich und meistens noch ein dritter Defensivspieler und wir haben die dann immer bekämpfen dürfen, was uns oft gut gelungen ist, manchmal nicht so gut gelungen ist, drei großartige Spieler, drei herausragende Spieler und die waren ja auch der Schlüssel zum Erfolg bei Sturm und ich kann mich nur erinnern, wie wir dann einmal im Hanappi-Stadion gespielt haben und da hat uns dann der Trainer eingestellt auf das Spiel und da haben wir die Zuteilung gehabt und es war immer unterschiedlich, oft gegen Ivo Vastic auch gespielt und an dem Tag habe ich aber gegen Hannes Reinmayr gespielt dürfen und wir sind dann im Spielertunnel gestanden und haben uns kurz begrüßt, Hannes Reinmayr ist neben mir gestanden und der Hannes Reinmayr hat dann so rechts zu mir geschaut und hat gesagt, servus Michel und ich so, servus Hannes und dann hat gesagt, was ist, wir zwei heute und ich habe gesagt, ja und er, oh je und da habe ich genau gewusst in dem Moment, dass gewinne ich heute, weil da habe ich gesehen, dass er Respekt hat und mir hat das irgendwie einen guten Auftritt gegeben und ich habe ihn dann 90 Minuten bearbeitet und das hat dann auch gut funktioniert und das waren so manchmal auch so diese Kleinigkeiten, die einem sehr helfen, ein gutes Spiel zu machen und diesen mentalen Fokus noch mehr zu schärfen, noch zu stärken und da ein Selbstvertrauen aufzubauen. Lustige Anekdote, aber glaube ich auch sehr witzig und hat mir damals wirklich viel Kraft gegeben.