Ich war fünf Jahre bei den CliniClowns. Das war auch so 1995 bis 2000. Da bin ich auch ein bisschen hineingerutscht in das Ganze und das Konzept war ja, dass man durch Humor im Krankenhausalltag die Kinder ein bisschen herausholt aus ihren Sorgen, aus ihren Gedanken und ein bisschen ablenkt. Das war schon eine sehr spannende Arbeit, weil das so eine Mischung gewesen ist zwischen, ich habe immer gesagt, zu meinem Beruf als Pastoralassistent, der Seelsorger und der Kabarettist. Das war immer so: Man geht hinein mit einer Methode, dass man einfach lustig ist, aber man muss ein bisschen aufpassen.
Man muss sehr sensibel sein, dass man nicht zu viel macht. Wir waren wirklich hauptsächlich bei ganz schweren Fällen und man darf sich da nicht hineinversetzen, sondern man muss wirklich schauen, dass man das Kind sieht und dass man die Situation sieht und aus der Situation improvisiert man dann irgendeine Geschichte. Jedes Zimmer war eine andere Geschichte und jedes Zimmer war eine andere Situation.
Das war eine sehr spannende Arbeit und eigentlich auch eine sehr schöne Arbeit und auch eine sehr traurige teilweise, weil man hat schon Kinder begleitet und manche sind geheilt worden, manche nicht. Man hat dann auch schon so einen Prozess miterlebt mit den Kindern. Dann habe ich aufgehört. Das ist auch wieder so eine Geschichte, weil ich habe 2000 dann aufgehört. Da war mein Sohn, der ist 1997 geboren, drei Jahre und ich gehe in ein Zimmer hinein und sehe genau denselben Pyjama, den mein Bub hat, der Teletubbies-Pyjama.
Das weiß ich heute noch. Mich reißt es momentan zu dem: „Das könnte jetzt mein Kind auch sein." Das war dann auf einmal: Okay, das geht einfach nicht mehr. Ich habe nicht mehr den Abstand. Ich habe nicht mehr diese, cool will ich nicht sagen. Man muss sich schon ein bisschen einlassen, aber man darf sich nicht zu viel einlassen.
Das ist wahrscheinlich auch so wie jeder Psychologe oder jeder Seelsorger. Man muss zuhören, aber man darf nicht alles zu sich selber nehmen. Aber die Arbeit selber war einfach insofern spannend, weil es das wirklich auch schön verbunden hat, diese zwei Berufe, der Pastoralassistent und der Kabarettist oder der Clown damals. Seit 2000 hat sich extrem viel getan. Da gibt es jetzt voll viele Methoden, voll viele Workshops und das ist wirklich momentan richtig gewachsen in Oberösterreich und überhaupt in ganz Österreich und nach wie vor eine klasse Geschichte. Ich unterstütze die ganz immer noch sehr gern.