Ich möchte erzählen über ein Erlebnis bei mir, das mich damals sehr geprägt hat. Ich bin damals aus Italien zurückgekommen, ich war legionär in Italien in der Serie A, bin zurückgekommen nach Österreich, habe aber bisschen eine schwere Zeit gehabt und da haben wir ein Derby gespielt im Ernst-Happel-Stadion und es war glaube ich kurz vor Schluss und da war so ein hoher Ball und ich wollte den eigentlich wegköpfeln und habe den nur so rasiert und wie ich den rasiere dann sehe ich dass da der Tormann auch gerade rausgekommen ist und der Ball hat sich dann unglücklicherweise über den Tormann ins Tor gesenkt und es gibt glaube ich für einen Rapidler nichts Schlimmeres als im Derby ein Eigentor zu machen. Ich war dann fürchterlich deprimiert, am Boden zerstört, das restliche Spiel, es waren zum Glück eh nur ein paar Minuten, war ich nicht mehr zu gebrauchen, die nächsten Tage wäre ich am liebsten unterirdisch gegangen, also war aber ganz ganz schrecklich.
Obwohl es passiert, aber für mich als Spieler war es natürlich eine ganz schlimme Sache. Und wie es der Teufel so wollte, es war dann glaube ich ein halbes Jahr später oder ein Jahr ich weiß nicht mehr, wir haben den Europa Cup gespielt gegen Bordeaux auswärts, gegen Girondins Bordeaux, waren da ein paar französische Nationalspieler, sehr sehr schweres wichtiges Spiel und nach einer Viertelstunde kommt so ein Schnittball, ich grätsche da als letzter Mann und will den quasi noch hinaus befördern, bleibe auch im Rasen hängen und so im Rutschen sehe ich schon, dass der Ball so eine ganz komische, so ein ganz Effet bekommt, so eine Drehung bekommt und der hat sich dann herrlich herrlich ins eigene Tor gesenkt, also als Stürmer hätten sie mich gefeiert, aber leider war es mein zweites Eigentor meiner Karriere und wie ich noch am Boden gelegen bin, ich am liebsten in der Erde versunken, ich kann mich noch erinnern, dass der französische Spieler zu mir gelaufen ist und gejubelt hat, also es war jetzt auch nicht gerade die feinste französische Art, aber egal, für mich war es ganz schrecklich, aber ja man dachte, was mache ich jetzt, Augen zu und durch, Spiel dauert noch mindestens 45 Minuten oder 75 Minuten und ich kann mich jetzt nicht verstecken oder austauschen lassen und ich habe dann eigentlich ein recht gutes Spiel gemacht und kann mich nur erinnern wenn Trainer damals zu mir gekommen ist und gesagt hat Respekt, wie du damit umgegangen bist und hast ein super Spiel gemacht und sowas passiert halt auch im Leben eines Spitzensportlers und es ist etwas, was ich nicht gerne erzählen will, weil es kein Ruhmesblatt war, aber es hat mich schon auch sehr geprägt in meiner Karriere und ich war dann schon froh, auch daraus gelernt zu haben und man sagt ja in der Niederlage oder bei Fehlern lernt man meist und das war für mich ein sehr sehr plakatives Beispiel und war dann doch stolz auf mich nach dem ersten Schock, dass ich dann so ein gutes Spiel gemacht habe, obwohl dieses Missgeschick passiert ist.