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Andrea Händler · Das Leben im Internat


Aus dem Leben | 01.09.2024

Gast: Andrea Händler | Format: Aus dem Leben | Aufnahmedatum: 05.07.2024 | Dauer: 4:13 Min.

Beschreibung

Kabarettistin und Schauspielerin Andrea Händler erzählt über das Leben im Internat ab sechs Jahren – über Wochenenden ohne echtes Zuhause, Verlustängste bis heute und was ihr diese Zeit trotzdem gebracht hat.

Mit sechs Jahren ins Internat

Ihre Mutter gab sie mit sechs Jahren in ein Internat. Einen Grund vermutet Händler in der Herkunft ihres Vaters, eines polnischen Juden: Viele solche Familien schickten ihre Kinder damals in katholische Schulen. Nur 36 Stunden pro Woche war sie zu Hause, die Mutter war damals in Scheidung. Weil man mit sechs Jahren noch nicht versteht, wann Samstag ist, hatte sie immer das Gefühl: „ich werde nie wieder geholt“.

Verlustängste und soziale Stärke

Bis heute braucht sie eine feste Uhrzeit, wenn ihr Mann allein ausgeht. Ist er zur vereinbarten Zeit nicht da, wird sie panisch. Händler nennt das Verlustängste, die man als Internatskind bekommt. Zugleich lernte sie, mit vielen Leuten auszukommen. Ihre Schüchternheit war sofort weg und sie wurde sehr sozial. Diese soziale Kompetenz half ihr später bei jedem Schulwechsel. Empfehlen würde sie ein Internat mit sechs Jahren trotzdem nicht. Darum geht es im Video:
  • Wie sich das Internat bis heute auf ihre Beziehung auswirkt
  • Warum Kinder mit sechs Jahren Zeit noch nicht einschätzen können
  • Was sie im Internat für ihr späteres Leben gelernt hat

Ein ehrliches Gespräch aus der Reihe „Aus dem Leben“ auf balancio.at über Kindheit, Verlustängste und Anpassungsfähigkeit.
Mich kann man wohinstecken und ich finde mich zurecht.

Steckbrief: Andrea Händler

Bekannt als: Kabarettistin, Schauspielerin & Ensemblemitglied

Die Wiener Wurzeln

Die 1964 in Wien geborene Schauspielerin nahm Schauspielunterricht u. a. bei Herwig Seeböck und war Mitglied der Kabarettgruppe "Schlabarett". Seit 1984 steht sie als Schauspielerin und Kabarettistin auf der Bühne.

Kinohits & Fernsehpräsenz

Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie in den 1990er-Jahren durch Rollen in den österreichischen Kultfilmen von Regisseur Harald Sicheritz bekannt, darunter "Muttertag" (1993), "Hinterholz 8" (1998) und später "Poppitz" (2002). Im Fernsehen erlangte sie durch ihre Rolle als Irene Vesely in der ORF-Kultserie "Kaisermühlen Blues" (1996–1999) große Bekanntheit.

Erfolgreiche Solokarriere

Seit ihrem ersten Programm "Diskret" im Jahr 1995 tourte sie mit zahlreichen eigenen Solostücken (wie "Notstand" oder "Das Schweigen der Händler") durch den deutschsprachigen Raum und wurde 1999 mit dem renommierten Kabarettpreis "Salzburger Stier" ausgezeichnet.

Fixstern des Austro-Humors

Mit ihrer unverwechselbaren Darstellung leicht neurotischer, typisch österreichischer Charaktere hat sie sich als weibliche Konstante und Kultfigur in der ansonsten oft männerdominierten heimischen Kabarett- und ORF-Comedy-Szene fest etabliert.

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