Früher war es sicherlich einfacher als heute in der Gastronomie. Auch mit dem Personal, mit den Personalkosten. Wenn man die jetzige Zeit hernimmt, zum Beispiel, haben wir das Problem mit den Energiekosten, das sehr stark ist. Also dreifach, vierfach so hoch wie vor drei, vier Jahren noch die Energiekosten. Gas, Strom. Wir haben einen Betrieb, der keinen Ruhetag hat. Das heißt, bei uns brennt das Licht 24 Stunden fast rund um die Uhr.
Und das ist natürlich sehr schwierig geworden. Ich bin jeden Tag im Geschäft, schaue, dass alles passt, kümmere mich natürlich auch um Personal, Bestellungen, schaue, ob irgendwo etwas repariert gehört und so weiter und so fort. Ich sage jetzt einmal, 90% meiner Woche, also 90% ist übertrieben, aber 80% verbringe ich in der Leopoldauer Alm. Ich mache diesen Wahnsinn jetzt eigentlich schon seit meinem 16. Lebensjahr. Ich bin in der Gastronomie.
Ich habe gelernt im Hotel Ibis auf dem Mariahilfer Gürtel. Dann war ich beim Bundesheer, dann war ich Küchenchef in verschiedenen Häusern, Sous Chef und so weiter. Der Werdegang. 1996 haben wir dann die Leopoldauer Alm, ich mit meiner Familie, übernommen. War am Anfang eine Imbissbude, Imbissstand mit fünf, sechs Parkplätzen vor der Tür und am A***h der Welt, weil es fuhr nichts hierher, kein Bus, gar nichts. Beim Kika war gerade der Keller betoniert im Rohbau und da haben wir das übernommen aus der Vision heraus, dass ich gesagt habe: „Der Kicker wird sicher Leute anlocken, egal wenn da nichts ist.“ Es war keine U-Bahn-Station, es war kein City-Gate, es war gar nichts da. Null.
Das waren Felder und Wiesen. Die Straßenbahn hat vorne beim Rennbahnweg umgedreht und ist wieder zurückgefahren Richtung Kagran. Also wenn du zu uns mit öffentlich wolltest, musstest du vorne aussteigen praktisch und zu Fuß hergehen. Also diese 20 Minuten vom Rennbahnweg. Also eigentlich irre. Und trotzdem haben wir es irgendwie geschafft, am Anfang natürlich sehr schwer, da waren noch Schilling-Zeiten, das so aufzubauen, dass es das ist, was es heute ist.
In den 30 Jahren ist man schon viel gewohnt. Und wir haben schon sehr viele Höhen erlebt, sehr viele Tiefen erlebt, sehr viele Niederlagen einstecken müssen. Und es ist natürlich so natürlich, solange du noch, ich sage jetzt einmal, finanzielle Verpflichtungen hast. Ich habe 24 Mitarbeiter. Die wollen natürlich auch ihr Geld am ersten haben am Konto. Und solange du noch einen Kredit laufen hast, weil wir haben die Leopoldauer Alm ja 2015, 2016 umgebaut um eine erhebliche Summe. Also da ist eigentlich kein Stein am anderen geblieben.
Und das musst du natürlich irgendwann einmal noch zurückbezahlen, keine Frage. Und das ist natürlich schon ein gewisser Druck, aber ich sehe das Ganze ziemlich locker, weil erstens einmal ist der Grund ein Eigengrund und zweitens einmal läuft das Geschäft sehr gut und wir haben das in die richtigen Bahnen geleitet, glaube ich. Also ich schlafe ruhiger als noch vor zehn Jahren, sagen wir so.