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Klaustrophobie

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Auf den Punkt gebracht

Klaustrophobie ist eine starke, unverhältnismäßige Angst vor engen oder geschlossenen Räumen, etwa vor Aufzügen. Fachlich zählt sie zu den spezifischen Phobien, einer Form der Angststörungen. Gut behandelbar ist sie vor allem mit einer schrittweisen Konfrontation in der Psychotherapie.

Was ist Klaustrophobie?

Menschen mit Klaustrophobie bekommen in engen oder geschlossenen Räumen große Angst, oft schon bei dem Gedanken daran. Die Angst steht in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr. Betroffene meiden solche Situationen deshalb oder halten sie nur unter großer Anspannung aus, manchmal bis hin zu einer Panikattacke. Dabei können etwa Atemnot, Herzrasen, Schwindel, Zittern, Schweißausbrüche oder Übelkeit auftreten.

Viele Betroffene wissen, dass ihre Angst übertrieben ist. Wie stark die Phobie den Alltag einschränkt, hängt davon ab, wie oft die gefürchtete Situation vorkommt. Wer etwa in einer Stadt lebt und Aufzüge fürchtet, steht immer wieder vor einer schwierigen Wahl. Entweder heißt es Treppen steigen oder wichtige Termine meiden, oder die Fahrt muss mit großer Angst durchgestanden werden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt in ihrer Klassifikation ICD-11 die Angst vor geschlossenen Räumen zu den spezifischen Phobien, die zu den Angststörungen gehören. Zu diesen Phobien zählen auch die Angst vor Höhe, vor bestimmten Tieren oder vor dem Fliegen. Mehr dazu im Glossarbegriff „Angststörungen“.

Woher kommt der Begriff?

Das Wort setzt sich aus dem lateinischen „claustrum“ für Schloss oder Gewahrsam und „Phobie“ zusammen. Phobie geht auf das griechische „phóbos“ für Furcht zurück.

Im Alltag wird Klaustrophobie oft „Platzangst“ genannt. In der Fachsprache der Psychologie bezeichnet Platzangst jedoch die Agoraphobie, also vor allem die Angst vor öffentlichen Plätzen. Das kann leicht zu Verwechslungen führen.

Wie wird Klaustrophobie festgestellt?

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über Beginn, Art und Ausmaß der Ängste. Weil Angst auch körperliche Ursachen haben kann, gehört eine ärztliche Abklärung dazu, etwa von Herz, Lunge oder Schilddrüse. Ausgeschlossen werden auch Medikamente, Alkohol oder Drogen als Auslöser.

Von einer Phobie sprechen Fachleute, wenn die Angst über mehrere Monate besteht und deutlich belastet oder den Alltag spürbar einschränkt. Abzugrenzen sind andere Angststörungen wie die Agoraphobie.

Was hilft bei Klaustrophobie?

Die wichtigste Behandlung ist die Konfrontation, auch Exposition genannt, im Rahmen einer Psychotherapie. Dabei stellen sich Betroffene in sicherem Rahmen Schritt für Schritt den Situationen, die Angst auslösen, in der Vorstellung und auch im Alltag. Oft lernen sie zusätzlich Entspannungs- und Atemtechniken. Geübt wird so lange, bis die Situation gut auszuhalten ist.

Medikamente empfiehlt die Fachwelt bei spezifischen Phobien laut österreichischem Gesundheitsportal nicht. Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine können in begründeten Ausnahmefällen kurzfristig helfen, bergen aber ein Abhängigkeitsrisiko und gehören in enge ärztliche Begleitung.

Was tun bei Angst vor der MRT?

Bei starker Angst vor der Magnetresonanztomografie (MRT) können Ärzt:innen ein Beruhigungsmittel geben. Die Untersuchung dauert je nach Körperregion etwa 15 bis 40 Minuten, und dabei soll man in einer engen Röhre völlig ruhig liegen. Durch die Bewegungslosigkeit in der engen Röhre kann es zu Anfällen plötzlicher Furcht kommen.

Wer hilft in Österreich?

Eine erste Anlaufstelle kann die Hausärztin oder der Hausarzt sein. Weiter helfen Psychotherapeut:innen, Klinische Psycholog:innen, Fachärzt:innen für Psychiatrie und Ärzt:innen mit Weiterbildung in psychotherapeutischer Medizin. Auch Kassen- und Spitalsambulanzen für Psychiatrie sind Ansprechstellen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (7)