Eine Phobie ist eine starke, unverhältnismäßige Angst vor bestimmten Dingen oder Situationen, etwa vor Tieren, Höhe, Spritzen oder dem Fliegen. Betroffene meiden das Gefürchtete oder halten es nur mit großer Angst aus. Fachlich spricht man von einer spezifischen Phobie, die sich vor allem mit schrittweiser Konfrontation gut behandeln lässt.
Was ist eine Phobie?
Bei einer Phobie löst ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation zuverlässig heftige Angst aus, oft schon der Gedanke daran. Die Angst steht in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr, und viele Betroffene wissen das auch. Manchmal steigert sie sich bis zu einer Panikattacke.
Die WHO zählt spezifische Phobien in ihrer Klassifikation ICD-11 zu den Angststörungen. Verbreitet sind etwa die Angst vor Tieren, Höhenangst und die Angst vor Gewittern. Andere fürchten enge Räume, das Fliegen, Brücken, Wasser oder den Zahnarztbesuch. Viele Betroffene haben mehr als eine Phobie. Die soziale Angststörung, auch soziale Phobie genannt, und die Agoraphobie sind eigene Diagnosen mit eigenen Glossarbegriffen.
Wie stark eine Phobie einschränkt, hängt davon ab, wie oft das Gefürchtete vorkommt. Wer in der Stadt lebt und Schlangen fürchtet, kann ihnen leicht aus dem Weg gehen. Angst vor Blut, Spritzen oder Verletzungen kann dagegen dazu führen, dass Betroffene Blutabnahmen oder Impfungen meiden.
Was ist eine Zoophobie?
Zoophobie ist eine übersteigerte Angst vor Tieren, meist vor Spinnen, Schlangen oder Mäusen. Sie zählt zu den häufigsten spezifischen Phobien. Für einzelne Tiere gibt es eigene Namen, etwa Arachnophobie für die Angst vor Spinnen. Der Wortteil „Zoo-“ geht wie in „Zoologie“ auf das griechische „zōon“ für Lebewesen oder Tier zurück.
Woher kommt der Begriff?
Phobie geht auf das griechische „phóbos“ für Furcht zurück. Wörter auf „-phobie“ für krankhafte Ängste entstanden vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Als eigenständiges Wort ist „Phobie“ im Deutschen seit 1895 belegt, zuerst bei Sigmund Freud.
Beschrieben wurden phobische Ängste schon in der Antike. Die hippokratischen Schriften erzählen von einem Mann namens Nikanor, den beim Klang der Flöte auf Trinkgelagen große Furcht überkam. Im Diagnosehandbuch DSM-III von 1980 hieß die Störung „einfache Phobie“, heute spricht man von spezifischer Phobie.
Wie wird eine Phobie festgestellt?
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über Beginn, Art und Ausmaß der Ängste. Weil Angst auch körperliche Ursachen haben kann, gehört eine ärztliche Abklärung dazu. Von einer Phobie sprechen Fachleute, wenn die Angst über mehrere Monate besteht und deutlich belastet oder den Alltag spürbar einschränkt.
Was hilft bei einer Phobie?
Die Behandlung der Wahl ist die Konfrontation, auch Exposition genannt, im Rahmen einer Psychotherapie. Betroffene nähern sich dem Gefürchteten schrittweise und wiederholt, in der Vorstellung und in der Wirklichkeit. Dazu lernen sie Entspannungs- und Atemtechniken. Geübt wird, bis die Situation gut auszuhalten ist.
Bei Angst vor Spritzen kann das etwa so aussehen: Zuerst geht es nur bis zur Arztpraxis, später ins Untersuchungszimmer, dann wird eine Nadel in die Nähe der Haut gehalten. Am Ende steht eine Blutabnahme. Nicht jede Phobie muss behandelt werden. Lässt sich das Gefürchtete leicht meiden, kommen manche gut ohne Therapie zurecht.
Medikamente empfiehlt die Fachwelt bei spezifischen Phobien laut österreichischem Gesundheitsportal nicht. Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine können in begründeten Ausnahmefällen kurzfristig helfen, bergen aber ein Abhängigkeitsrisiko und gehören in enge ärztliche Begleitung.
Wer hilft in Österreich?
Eine erste Anlaufstelle kann die Hausärztin oder der Hausarzt sein. Weiter helfen Psychotherapeut:innen, Klinische Psycholog:innen, Fachärzt:innen für Psychiatrie und Ärzt:innen mit Weiterbildung in psychotherapeutischer Medizin. Auch Kassen- und Spitalsambulanzen für Psychiatrie sind Ansprechstellen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.