Was ist Eifersucht?
Eifersucht ist im Prinzip ein normales Gefühl, das sich allerdings selten gut anfühlt. Ein ständiger Begleiter ist laut Gesundheitsportal die Angst: nicht zu genügen, nicht geliebt zu werden oder die Partnerin oder den Partner zu verlieren. Ob sie sich eher als Wut oder als Traurigkeit zeigt, hängt nicht unbedingt vom Geschlecht ab. Ausschlaggebend sind vor allem die eigenen Vorstellungen von emotionaler und sexueller Treue.
Wie viel Eifersucht erträglich oder sogar erwünscht ist, empfindet jeder Mensch anders. Deshalb rät das Gesundheitsportal Paaren, darüber zu sprechen und für sich zu vereinbaren, was in Ordnung ist und was nicht.
Woher kommt das Wort?
„Eifersucht“ bedeutete ursprünglich die Angst, in der Liebe zurückgesetzt zu werden, später allgemeiner auch das Streben nach Alleinbesitz und Argwohn. Die Zusammensetzung kam im 16. Jahrhundert auf. Sie ersetzte das ältere Wort „Eifer“, das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts noch „Eifersucht“ bedeutete und erst über Luthers Bibelübersetzung seine heutige Bedeutung bekam.
Wie entsteht Eifersucht?
Was Eifersucht auslöst, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Häufig tragen Selbstzweifel, Verlustängste, Gefühle der Abhängigkeit, Besitzansprüche oder ein Vertrauensverlust etwa nach Untreue dazu bei. Wesentlich ist, ob es einen realen Grund gibt oder nicht.
Manche versuchen ihr Bedürfnis nach Sicherheit auszugleichen, indem sie das Handy der Partnerin oder des Partners kontrollieren. Ein Gerät könne aber keine Sicherheit geben, sagt ein Berater auf dem Familienberatungsportal des Bundes.
Wann wird Eifersucht zum Problem?
Bedenklich ist Eifersucht vor allem dann, wenn ihr Ausmaß nicht mehr nachvollziehbar ist. Anzeichen sind Kontrolle, etwa das Durchsuchen von Kleidungstaschen, und Verhalten, das die Freiheit des anderen einschränkt. Ein weiteres Warnzeichen ist, wenn Eifersucht zum Dauerthema wird und so gut wie jedes Verhalten sie auslöst.
Eine klare Grenze ist überschritten, sobald körperliche oder psychische Gewalt vorkommt. Dann sind auch rechtliche Folgen zu beachten.
Was ist krankhafte Eifersucht?
Krankhafte Eifersucht ist für den anderen nicht nachvollziehbar und braucht eine Behandlung der betroffenen Person. Sie kann etwa als eifersüchtige Zwangsgedanken im Rahmen einer Zwangsstörung auftreten. Beim Eifersuchtswahn sind Betroffene dagegen fest überzeugt, betrogen zu werden, obwohl das nicht stimmt.
Ein Eifersuchtswahn kann unter anderem bei einer Alkoholsucht oder als Form einer wahnhaften Störung vorkommen. Die Überzeugung beruht dann auf falschen Schlüssen und fragwürdigen „Beweisen“, und körperliche Angriffe können laut MSD Manual eine echte Gefahr sein. Ein Eifersuchtswahn gilt allerdings als selten.
Was hilft bei Eifersucht?
Bei normaler Eifersucht genügt es meist, über sie und die auslösenden Situationen zu sprechen. Hilfreich können auch liebevolle Worte, ein gestärktes Selbstbewusstsein und Selbstfürsorge sein. Gab es tatsächlich einen Vertrauensbruch, braucht es ein offenes Gespräch, der Wiederaufbau von Vertrauen kann aber lange dauern. Bei berechtigtem Misstrauen empfiehlt der Berater eine Frage ohne Vorwurf, etwa „Kannst du mir das bitte erklären, ich kenne mich nicht aus?“
Wer mit einem sehr eifersüchtigen Menschen zusammenlebt, sollte sich nicht zu sehr einschränken lassen und auf sich selbst achten. Bei starker Eifersucht helfen Familienberatungsstellen, Frauen- und Männerberatungsstellen, Klinische Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen sowie Paarberatung und Paartherapie weiter. Krankhafte Eifersucht sollte bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Psychiatrie, bei Klinischen Psycholog:innen oder Psychotherapeut:innen abgeklärt werden. Lehnt die betroffene Person Hilfe ab, können Partner:innen selbst eine Anlaufstelle oder Selbsthilfegruppe aufsuchen.
Was tun bei Kontrolle und Gewalt?
Bei akuter Gefahr hilft die Polizei unter 133. Die Frauenhelpline gegen Gewalt ist unter 0800 222 555 rund um die Uhr erreichbar, die Männerberatung ebenfalls rund um die Uhr unter 0800 400 777. Wer fürchtet, selbst gewalttätig zu werden, findet auf oesterreich.gv.at Ansprechstellen.