Mein Einstieg in die sogenannte Künstlerwelt hat schon sehr früh begonnen, weil ich als ganz kleines Mädchen meiner Mutter schon auf die Nerven gegangen bin und gesagt habe, ich möchte unbedingt auf der Bühne stehen. Damals war es noch Tänzerin sein. Ich habe Ballett getanzt und so weiter und dann hat es mich eben auch in die Staatsopernschule verschlagen und ich war eine begeisterte Tänzerin. Nur nach einiger Zeit habe ich gesagt, ich möchte nicht mehr tanzen. Dann hat meine Mutter irgendwie die Reißleine gezogen, weil ich an der Staatsoper den Spaß am Tanz verloren habe.
Sie hat das Gott sei Dank mitbekommen und mich ernst genommen und mich woanders hingesteckt. Und dort war ich dann sehr glücklich, habe viele Jahre Jazz, Modern, Steppen, alles gemacht, habe Gott sei Dank auch international tanzen dürfen mit renommierten Lehrerinnen und Lehrern. Also eigentlich ganz großartig. Aber ich wusste immer schon, dass der Weg in die Tanzwelt wahrscheinlich nicht mein Brotjob werden würde, weil ich ja mitbekommen habe, was da rundherum abgeht, dass Tänzer Schwerstarbeit leisten, aber quasi nichts dafür bezahlt bekommen und mit 30 dann schon so einen kaputten Körper haben.
Und das war mir irgendwie zu spooky und deshalb bin ich dann zum Musical gekommen. Ob das jetzt besser ist, weiß ich auch nicht. Weil es ist wirklich ein hartes Pflaster. Es ist total entzückend zu sagen, ich möchte auf der Bühne stehen und singen und tanzen und alles so lustig. Es ist ein knochenharter Job. Es ist einfach ein Wahnsinn. Erstens, man muss sich unter tausenden durchsetzen.
Diese permanente Prostitution quasi, die man da macht, wenn man auf Auditions geht und du weißt, beziehungsweise musst du wissen, dass du von 100 Auditions vielleicht eine schaffst. Das muss dir klar sein. Das ist schon sehr hart, aber ich war immer schon so gestrickt, dass ich wusste, ich werde das machen und ich bleibe meiner Linie treu. Habe es dann auch auf einige Musicalbühnen geschafft.
Auch im Schauspiel und so etwas habe ich sehr viel gemacht, bin aber dann irgendwann darauf gekommen, das ist es auch nicht für mich. Das hätte mich psychisch fertig gemacht, jeden Tag auf der Bühne zu stehen und immer dasselbe zu machen. Da habe ich gemerkt, da wäre ich wahrscheinlich Alkoholikerin oder irgendwie. Das wäre wirklich nichts für mich gewesen und bin dann eben in diese Cabaret-Branche irgendwie sozusagen abgedriftet. Das ist passiert, das habe ich nicht geplant. Aber es hat mir mehr Freiheit gegeben und es hat mir einfach gut getan, meine Dinge auf die Bühne zu stellen und meine Geschichten zu erzählen.
Weil wie gesagt, Schauspielerin sein, Sängerin sein, Musicaldarstellerin sein oder Tänzerin sein, das ist einfach echt hart, weil 1.000 Menschen dauernd an dir irgendwas herumschieben und herummachen und sagen, du musst so sein, du musst so sein, du musst das machen. Beim Cabaret ist das in der Light-Version, weil da kannst du sagen, okay, du hast auch mit Regisseuren und mit Kostümbildnerinnen und mit Masken und Leuten zu tun, aber im Endeffekt kannst du sagen: „Ja, ist nett, was ihr mir sagt, aber ich mache trotzdem das, was ich möchte auf der Bühne." Und das ist dann, sage ich einmal, leichter für mich gewesen und deshalb war es auch der Weg, den ich eingeschlagen habe und den ich immer noch sehr gerne gehe.