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Lösungsorientierte Kurzzeittherapie

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Auf den Punkt gebracht

Die lösungsorientierte Kurzzeittherapie ist ein Gesprächsansatz, der weniger nach den Ursachen eines Problems fragt als nach Zielen, Stärken und bereits funktionierenden Lösungen. Entwickelt haben ihn Steve de Shazer, Insoo Kim Berg und ihr Team am Brief Family Therapy Center in Milwaukee (USA). In Österreich ist er keine eigene anerkannte Psychotherapiemethode.

Was ist lösungsorientierte Kurzzeittherapie?

Die lösungsorientierte Kurzzeittherapie ist ein kurzer, auf Ziele und die Zukunft gerichteter Ansatz. Statt Probleme ausführlich zu analysieren, rückt sie die Stärken und Ressourcen der Klient:innen in den Mittelpunkt. Im Englischen heißt sie „Solution-Focused Brief Therapy“, kurz SFBT.

Der Ansatz beruht auf einigen Grundannahmen. Kein Problem besteht ständig, es gibt immer Zeiten, in denen es weniger stark ist oder ausbleibt. Solche Ausnahmen gelten als Hinweis auf Lösungen, die schon vorhanden sind. Zudem geht der Ansatz davon aus, dass kleine Veränderungen größere nach sich ziehen können.

Woher kommt der Ansatz?

Der Ansatz entstand am Brief Family Therapy Center in Milwaukee, das Steve de Shazer, Insoo Kim Berg und Kolleg:innen gegründet hatten. Das Team beobachtete Therapiesitzungen durch einen Einwegspiegel und wertete Videoaufnahmen aus. Es suchte nach Momenten, in denen Klient:innen Fortschritte machten, und fragte, was die Therapeut:innen dazu beitrugen.

Daraus entwickelte es über mehrere Jahre Techniken wie die Frage nach Ausnahmen und die sogenannte Wunderfrage. 1986 beschrieb die Gruppe ihre Form der Kurztherapie in einem Fachartikel. Sie sah ihren Ansatz in enger Verbindung zur problemorientierten Kurztherapie, die unter anderem Paul Watzlawick mitgeprägt hatte.

Wie läuft eine Sitzung ab?

Zu Beginn klären Klient:in und Therapeut:in, was sich durch die Gespräche ändern soll. Dabei kann die Wunderfrage helfen: Angenommen, über Nacht wäre das Problem gelöst, woran würde man es am nächsten Morgen als Erstes merken? So entsteht ein konkretes Bild der gewünschten Zukunft.

Mit Skalierungsfragen schätzen Klient:innen auf einer Skala von 0 bis 10 ein, wo sie gerade stehen und wie zuversichtlich sie sind. Daran schließt die Frage nach dem nächsten kleinen Schritt an. Die Therapeut:innen fragen nach früheren Lösungen und Ausnahmen und benennen anerkennend, was bereits gelingt. Gegen Ende kann eine kurze Pause folgen, danach gibt es Rückmeldungen und Vorschläge für kleine Experimente bis zum nächsten Termin.

Die Haltung der Therapeut:innen soll respektvoll und zuversichtlich sein, die Klient:innen gelten als Fachleute für ihr eigenes Leben. Der Ansatz wird mit Einzelnen, Paaren und Familien angewendet.

Was unterscheidet sie von der Kurzzeittherapie allgemein?

„Kurzzeittherapie“ beschreibt zunächst nur die Dauer einer Behandlung und kommt in verschiedenen Methoden vor. So kann etwa die Existenzanalyse und Logotherapie in Form einer Kurzzeit- oder Langzeittherapie stattfinden. „Lösungsorientiert“ bezeichnet dagegen eine bestimmte Arbeitsweise. In Österreich nennt das Sozialministerium Lösungsorientierung als Merkmal der Systemischen Familientherapie. Die Hypnosepsychotherapie kann laut Sozialministerium als lösungsorientierte Kurztherapie eingesetzt werden.

Wer bietet sie in Österreich an?

Als Psychotherapie bieten sie eingetragene Psychotherapeut:innen an, die lösungsorientiertes Arbeiten in ihre jeweilige Methode einbinden. In der Methodenliste der Berufsliste Psychotherapie scheint die lösungsorientierte Kurzzeittherapie nicht als eigene Methode auf. Beratung zur Problemlösung und Persönlichkeitsentwicklung gehört zum Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung, Psychotherapie ist davon ausgenommen. Reine Beratung übernimmt die Krankenkasse nicht.

Wie gut ist sie untersucht?

Zur lösungsorientierten Kurzzeittherapie gibt es zahlreiche Studien mit überwiegend positiven Ergebnissen. Eine Metaanalyse aus 2024 mit 72 Studien fand deutlich kleinere Effekte bei Menschen mit psychischen Erkrankungen als in nichtklinischen Gruppen. Auch im Vergleich mit üblicher Behandlung fielen die Effekte viel kleiner aus als im Vergleich mit gar keiner Behandlung.

Wie gut der Ansatz bei häufigen psychischen Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen wirkt, gilt laut einem Studienprotokoll aus 2025 noch als ungeklärt. Weil seelische Beschwerden auch körperliche Ursachen haben können, gehört eine medizinische Abklärung dazu.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (9)