Kurzzeittherapie ist eine zeitlich begrenzte Psychotherapie mit vergleichsweise wenigen Sitzungen. Der Begriff beschreibt die Dauer und keine bestimmte Methode. Wie viele Stunden als „kurz“ gelten, unterscheidet sich je nach Methode und Land.
Was ist Kurzzeittherapie?
Viele psychotherapeutische Methoden kennen eine kürzere und eine längere Behandlungsform. Für die Katathym Imaginative Psychotherapie nennt das Sozialministerium etwa Kurztherapien von rund 30 Stunden und Langzeittherapien über ein bis mehrere Jahre. Die Verhaltenstherapie dauert laut Ministerium meist 20 bis 50 Stunden, die Systemische Familientherapie ist tendenziell eine Kurzzeittherapie. In der Psychoanalyse gilt eine Kurzzeit- oder Fokaltherapie in Krisensituationen als sinnvoll.
In Deutschland ist der Begriff für die Krankenkassen fest umrissen. Dort umfasst eine Kurzzeittherapie bis zu 24 Therapiestunden und kann bei Bedarf in eine Langzeittherapie umgewandelt werden.
Woher kommt die Kurzzeittherapie?
Die Geschichte der Kurztherapie reicht laut einer Fachübersicht bis in die Psychoanalyse zurück. Freuds Schüler Otto Rank und Sándor Ferenczi dachten schon in den 1920er-Jahren über eine „Beschleunigung“ der Analyse nach. Als ersten systematischen Versuch einer psychoanalytischen Kurztherapie beschreibt die Fachliteratur die Arbeit der Psychoanalytiker Alexander und French am Chicagoer Institut für Psychoanalyse. Später entstanden in mehreren Schulen eigene Kurzformen, etwa die interpersonelle Psychotherapie oder die kognitive Therapie nach Beck.
Wie gut ist sie untersucht?
Eine Cochrane-Übersicht von 2014 wertete 33 Studien zu psychodynamischen Kurzzeittherapien im Einzelsetting mit höchstens 40 Stunden aus. Bei häufigen psychischen Erkrankungen besserten sich die Beschwerden kurz- und mittelfristig bei fast allen Zielgrößen stärker als in den Vergleichsgruppen. Wegen begrenzter Daten und großer Unterschiede zwischen den Studien sind die Ergebnisse laut den Autor:innen aber mit Vorsicht zu deuten.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.