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Systemische Familientherapie

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Auf den Punkt gebracht

Die Systemische Familientherapie ist eine in Österreich anerkannte Psychotherapiemethode, die psychische Beschwerden im Zusammenhang mit Familie und anderen Beziehungen betrachtet. Deshalb können wichtige Bezugspersonen zu den Sitzungen eingeladen werden, behandelt werden aber auch Einzelne. Sie gehört zur Ausrichtung Systemische Therapie und gilt tendenziell als Kurzzeittherapie.

Was ist Systemische Familientherapie?

Die Systemische Familientherapie ist eine psychotherapeutische Methode, die Symptome und Erkrankungen im Zusammenhang mit familiären und anderen sozialen Beziehungen sieht. Um Probleme zu lösen, werden oft die Menschen eingeladen, die dabei eine Rolle spielen, etwa Familienmitglieder oder Partner:innen. So bekommt deren Sicht Gewicht, auch wenn eine Person allein in Therapie kommt.

Die Methode hat sich unter anderem aus der Familien- und Paartherapie entwickelt und versteht sich als eigenständiges Verfahren. Sie stützt sich auf systemisches Denken, das Ideen aus Biologie, Soziologie, Psychologie sowie Kommunikations- und Erkenntnistheorien verbindet. Die Grundgedanken dieses Denkens erklärt der Glossarbegriff „Systemischer Ansatz“.

Woher kommt die Systemische Familientherapie?

Die Familientherapie entstand ab Mitte der 1950er-Jahre, als Fachleute an vielen Orten begannen, Bezugspersonen in die Behandlung einzubeziehen. In Österreich wurde im Jänner 1977 auf Initiative von Raoul Schindler eine eigene Fachsektion im Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG) gegründet. Schindler sah in der „Familiengruppentherapie“ eine große Ressource für die Behandlung psychischer Erkrankungen.

Er regte Harry Merl und Ludwig Reiter an, in der stationären Psychiatrie mit Patient:innen und deren Angehörigen zu arbeiten. Die beiden waren die ersten Leiter der Fachsektion, die zunächst „Familienarbeit“ hieß. Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien (ÖAS) bildet seit rund 40 Jahren in dieser Methode aus.

Wie läuft eine Systemische Familientherapie ab?

Zentrales Arbeitsmittel ist das Gespräch, in dem auch geklärt wird, was die Klient:innen erreichen möchten. Dabei kommen besondere Fragetechniken zum Einsatz, etwa zirkuläre Fragen, die der Glossarbegriff „Systemischer Ansatz“ erklärt. Ergänzend dienen Metaphern, Rituale, Beobachtungsaufgaben, „Hausaufgaben“ und sogenannte Abschlussinterventionen.

Zu den Verfahren zählt auch ein Beobachtungsteam, das dem Gespräch folgt. Das Gespräch wird dabei etwa zwei- bis dreimal unterbrochen, und die Familie oder das Paar hört zu, wie das Team sich wertschätzend über das Gehörte austauscht. Auf diese Weise sollen Anregungen für Veränderung leichter aufgenommen werden können.

Gearbeitet wird mit Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen. Menschen gelten dabei als Expert:innen ihres Leids, aber auch ihrer Lösungen, und ihre Ressourcen stehen im Vordergrund.

Wer bietet Systemische Familientherapie in Österreich an?

Die Methode bieten Psychotherapeut:innen an, die darin ausgebildet und in der Berufsliste Psychotherapie eingetragen sind. Gemeinsam mit der Neuro-Linguistischen Psychotherapie bildet sie die Ausrichtung Systemische Therapie. In der öffentlichen Suche der Berufsliste lässt sich die Methode gezielt auswählen. Berufsangehörige dürfen Ausrichtung und Methode als Zusatz führen, etwa „Psychotherapeut (Systemische Therapie/Systemische Familientherapie)“.

Für eine Kostenübernahme oder einen Zuschuss der Sozialversicherung braucht es in der Regel eine krankheitswertige psychische Störung und eine ärztliche Bestätigung. Reine Beratung oder Persönlichkeitsentwicklung wird nicht bezahlt.

Wie gut ist die Wirkung untersucht?

Die Wirkung ist je nach Beschwerdebild unterschiedlich gut belegt. Die Bewertungen des deutschen Instituts IQWiG beziehen sich dabei auf die systemische Therapie insgesamt, nicht nur auf diese Methode. Viele Studien waren klein, und Daten zu unerwünschten Wirkungen fehlten. Die Einzelheiten stehen im Glossarbegriff „Systemischer Ansatz“.

Wo liegen die Grenzen?

Aus systemischer Sicht kann Therapie keine gezielten Verhaltensänderungen von außen herbeiführen, sondern nur Anstöße zur Selbstveränderung geben. Ob eine Methode im Einzelfall hilft, lässt sich laut Sozialministerium nur im persönlichen Gespräch klären. Weil seelische Beschwerden auch körperliche Ursachen haben können, gehört eine medizinische Abklärung dazu.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (11)