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Fokaltherapie

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Auf den Punkt gebracht

Die Fokaltherapie ist eine psychoanalytische Kurztherapie, die sich auf einen zentralen Konflikt konzentriert, den sogenannten Fokus. Entwickelt hat sie der Psychoanalytiker Michael Balint mit Mitarbeitenden in den 1950er-Jahren in London. Sie umfasst etwa 10 bis 30 Sitzungen.

Was ist Fokaltherapie?

Statt alle Themen eines Menschen zu bearbeiten, legen sich Therapeut:in und Patient:in auf einen Fokus fest. Kennzeichnend sind außerdem ein festgelegter Endtermin und eine Deutungslinie, die konsequent verfolgt wird. Beim Fokus zu bleiben, gilt als eine der schwierigsten Aufgaben dieser Therapieform.

Geeignet ist die Fokaltherapie laut Fachlexikon bei seelischen Konflikten, die sich voraussichtlich auflösen, sobald die betroffene Person sie erkennt. Balint und seine Mitarbeiter achteten bei der Auswahl vor allem auf Motivation, auf die Bereitschaft, sich besser zu verstehen, und darauf, ob sich gemeinsam ein Fokus finden lässt.

Woher kommt die Fokaltherapie?

Michael Balint (1896–1970) war ein ungarischer Arzt und Psychoanalytiker, der nach London emigrierte. Bekannt ist er auch für die nach ihm benannten Balint-Gruppen, in denen Ärzt:innen ihre Beziehung zu Patient:innen besprechen. Zur Fokaltherapie gründete er eine Arbeitsgruppe, die „Werkstatt“, in der die Fälle besprochen wurden. D. Malan, der die Methode laut Lexikon mitentwickelte, setzte diese Arbeit in zahlreichen Veröffentlichungen fort.

Wo wird sie heute angewendet?

In Österreich ist die Fokaltherapie keine eigene anerkannte Methode, sondern eine Behandlungsform innerhalb der Psychoanalyse und psychoanalytischen Psychotherapie. Das Sozialministerium nennt sie dort für Krisensituationen. Neuere, auf bestimmte Erkrankungen zugeschnittene Formen können länger dauern. Ein Behandlungsmanual für Bulimie bei Mädchen und jungen Frauen sieht etwa bis zu 60 Sitzungen vor.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (8)