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Hypnosepsychotherapie

05:42

Auf den Punkt gebracht

Hypnosepsychotherapie ist eine tiefenpsychologische Psychotherapiemethode, die die Fähigkeit des Menschen zur Trance für die Behandlung nutzt. In Österreich ist sie eine anerkannte Methode, die Psychotherapeut:innen vorbehalten ist. Von „Hypnotherapie“ und „Hypnose“, die Weiterbildungen für bestimmte Gesundheitsberufe sind, und von Showhypnose ist sie zu unterscheiden.

Was ist Hypnosepsychotherapie?

Hypnosepsychotherapie zählt zu den suggestiven Verfahren und Methoden der Trancearbeit. Zentral ist die Annahme, dass ein veränderter Bewusstseinszustand den Zugang zu unbewussten Vorgängen erleichtert. Nach neueren Erkenntnissen, unter anderem des Psychotherapeuten Milton Erickson, gilt das Unbewusste dabei nicht nur als Ort von Konflikten, sondern auch als Quelle von Fähigkeiten und Ressourcen.

Den hypnotischen Zustand beschreibt die österreichische Fachgesellschaft als Zustand erhöhter, nach innen gerichteter Aufmerksamkeit und Konzentration. Laut Sozialministerium kann Trance das Bewusstsein einerseits absenken und einengen, andererseits sehr konzentriert machen und bildhaftes Denken fördern.

Das Wort „Hypnose“ geht auf das griechische hýpnos für „Schlaf“ zurück. Der englische Arzt Braid bildete 1842 die Begriffe „hypnotism“ und „to hypnotize“, das Verb gelangte über das Französische als „hypnotisieren“ ins Deutsche.

Wie läuft eine Hypnosepsychotherapie ab?

Grundlage ist eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung. Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut ist im verantwortungsvollen Umgang mit Suggestionen geschult und leitet zu Trancezuständen an. Der Ablauf wird vorher gemeinsam abgestimmt, neben der Trance spielt auch das Gespräch eine Rolle.

Bearbeitet werden können unbewusste Konflikte, Kindheitserlebnisse und Traumata, ebenso aktuelle Probleme, für die direkt Lösungen gesucht werden. In Trance kann jemand etwa mit unbewussten Persönlichkeitsanteilen in Dialog treten oder innere Ruhe und Kraft für bestimmte Situationen sammeln. Möglich ist auch, zu einer Frage zu träumen und den Traum danach gemeinsam zu besprechen, Zukunftsbilder zu entwerfen oder Selbsthypnose zu erlernen.

Hypnosepsychotherapie wird als Langzeittherapie oder als lösungsorientierte Kurztherapie eingesetzt, im Durchschnitt mit einer Sitzung pro Woche. Sie ist für alle Altersstufen anwendbar und auch mit Paaren und Gruppen möglich.

Hypnosepsychotherapie, Hypnotherapie oder Hypnose?

Das Sozialministerium unterscheidet drei Formen therapeutischer Hypnose. Nur die Hypnosepsychotherapie ist eine anerkannte Psychotherapiemethode und Psychotherapeut:innen vorbehalten. „Hypnotherapie“ und „Hypnose“ sind dagegen Weiterbildungen, die auch Klinische Psycholog:innen, Gesundheitspsycholog:innen, Ärzt:innen und Zahnärzt:innen absolvieren können.

Wer keinem dieser Berufe angehört, darf Hypnose laut Ministerium auch nicht gelegentlich therapeutisch anwenden. Showhypnose, wie sie bei Unterhaltungsvorführungen gezeigt wird, ist keine therapeutische Hypnose. Mehr dazu steht im Glossarbegriff „Hypnotherapie“.

Wer bietet Hypnosepsychotherapie in Österreich an?

Hypnosepsychotherapie bieten Psychotherapeut:innen an, die in der Methode ausgebildet und in der Berufsliste Psychotherapie eingetragen sind. In deren öffentlicher Suche lässt sich die Methode gezielt auswählen. Das Ministerium empfiehlt, die Qualifikation von Anbieter:innen sorgfältig zu prüfen. Für einen Kostenzuschuss der Sozialversicherung braucht es in der Regel eine krankheitswertige psychische Störung und eine ärztliche Bestätigung.

Wo liegen die Grenzen?

Bei nicht ausreichend qualifizierter Anwendung warnt das Ministerium vor Risiken. In Hypnose können verdrängte Erinnerungen ins Bewusstsein kommen und zu einer Überflutung mit Gefühlen führen, im schlimmsten Fall bis zum seelischen Zusammenbruch. Betroffene brauchen dann sofort psychotherapeutische oder ärztliche Hilfe. In einer akuten Krise ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142 erreichbar, im Notfall die Rettung unter 144.

Bei psychischen Erkrankungen sieht das Sozialministerium die Hypnosepsychotherapie als wissenschaftlich belegt an. In Deutschland zählt die Hypnotherapie laut dem Institut IQWiG nicht zu den vier Psychotherapieverfahren, deren Wirksamkeit dort als wissenschaftlich anerkannt gilt und die die Krankenkassen bezahlen. Der deutsche Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie hat sie 2006 aber als Methode für zwei Anwendungsbereiche bei Erwachsenen anerkannt, etwa bei seelischen Belastungen im Zusammenhang mit körperlichen Krankheiten. Erfolge bei körperlichen Krankheiten sind laut Ministerium nicht hinreichend belegt.

Für die Rauchentwöhnung reicht die Studienlage laut einer Cochrane-Übersicht aus 2019 nicht aus, um einen Vorteil gegenüber anderer Unterstützung zu zeigen. Eine Übersicht aus 2023 über 49 Metaanalysen zur Hypnose allgemein fand die stärksten Belege bei medizinischen Eingriffen und Schmerzen. Nur neun dieser Arbeiten hatten eine hohe methodische Qualität.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (13)