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Hypnotherapie

05:22

Auf den Punkt gebracht

Hypnotherapie ist die therapeutische Anwendung von Hypnose, also eines veränderten Bewusstseinszustands mit eingeengter Aufmerksamkeit. In Österreich ist sie keine eigene Psychotherapiemethode, sondern eine Weiterbildung für bestimmte Gesundheitsberufe wie Ärzt:innen, Klinische Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen. Zu unterscheiden ist sie von der anerkannten Hypnosepsychotherapie und von Showhypnose.

Was ist Hypnotherapie?

Hypnotherapie nutzt den Zustand der Hypnose, um gezielt auf bestimmte Beschwerden einzuwirken. Das Gesundheitsportal beschreibt Hypnose als veränderten Bewusstseinszustand, in dem die Aufmerksamkeit eingeengt und der Realitätsbezug gemindert ist. Die Person ist dann leichter empfänglich für Suggestionen, also für gezielte Anregungen von außen.

Mit Hypnose wird etwa versucht, das Bewusstsein so zu beeinflussen, dass ein Mensch Teile seiner Wirklichkeit wie Schmerzen nicht mehr wahrnimmt. Das MSD Manual beschreibt den Zustand als Mischung aus Entspannung und erhöhter Aufmerksamkeit, die helfen soll, Verhalten zu ändern.

Woher kommt der Begriff?

Das Wort setzt sich aus „Hypnose“ und „Therapie“ zusammen und bedeutet laut Wörterbuch Psychotherapie mithilfe von Hypnose. „Hypnose“ geht auf das griechische hýpnos für „Schlaf“ zurück. Der englische Arzt Braid bildete 1842 die Begriffe „hypnotism“ und „to hypnotize“, das Verb gelangte über das Französische als „hypnotisieren“ ins Deutsche.

Wie läuft eine Hypnotherapie ab?

In einer Hypnosesitzung geht es darum, sich so stark auf eine bestimmte Vorstellung zu konzentrieren, dass anderes in den Hintergrund tritt. Dann wird die Person empfänglich für Gedanken, die die Therapeutin oder der Therapeut vorgibt. Beim Reizdarmsyndrom kann das etwa die Vorstellung eines gesunden, normal arbeitenden Darms sein.

Ein weiteres Beispiel nennt das Gesundheitsportal beim Zähneknirschen. Dort wird versucht, die Anspannung der Kaumuskeln in einen anderen Körperteil wie die Hand zu verlagern. Ein anderer Ansatz soll bewirken, dass die Person bei jedem Knirschen aufwacht, bis diese Suggestionen auch nach der Hypnose fortwirken.

Wer darf Hypnotherapie in Österreich anbieten?

Das Sozialministerium unterscheidet drei Formen therapeutischer Hypnose. Nur die Hypnosepsychotherapie ist eine anerkannte Psychotherapiemethode und Psychotherapeut:innen vorbehalten. „Hypnotherapie“ und „Hypnose“ sind Weiterbildungen, die neben Psychotherapeut:innen auch Klinische Psycholog:innen, Gesundheitspsycholog:innen, Ärzt:innen und Zahnärzt:innen absolvieren können. Die Weiterbildung Hypnotherapie ist dabei umfangreicher aufgebaut.

Wer keinem dieser Berufe angehört, darf Hypnose laut Ministerium auch nicht gelegentlich therapeutisch anwenden. Krankheitswertige psychische Störungen dürfen nur Psychotherapeut:innen, Klinische Psycholog:innen und Fachärzt:innen für Psychiatrie behandeln, körperliche Erkrankungen Ärzt:innen und andere gesetzlich geregelte Gesundheitsberufe. Das Ministerium empfiehlt, die Qualifikation von Anbieter:innen sorgfältig zu prüfen. Showhypnose bei Unterhaltungsvorführungen ist keine therapeutische Hypnose. Mehr zur anerkannten Methode steht im Glossarbegriff „Hypnosepsychotherapie“.

Wie gut ist Hypnotherapie belegt?

Die Belege sind je nach Einsatzbereich sehr unterschiedlich. Eine Übersicht aus 2023 über 49 Metaanalysen zur Hypnose fand die stärksten Belege bei medizinischen Eingriffen und bei Schmerzen. Nur neun dieser Arbeiten hatten eine hohe methodische Qualität. Heilerfolge bei körperlichen Krankheiten sind laut Sozialministerium nicht hinreichend belegt.

Beim Reizdarmsyndrom deuten Studien darauf hin, dass Hypnose manchen Menschen helfen kann. Ob die Beschwerden über einige Monate gelindert werden, ist laut IQWiG aber unklar. Die britische Leitlinie NICE empfiehlt, eine Hypnotherapie zu erwägen, wenn Medikamente nach zwölf Monaten nicht ausreichend geholfen haben. Für den Rauchstopp reicht die Studienlage laut einer Cochrane-Übersicht aus 2019 nicht aus, um einen Vorteil gegenüber anderer Unterstützung zu zeigen.

Wo liegen die Grenzen?

Bei nicht ausreichend qualifizierter Anwendung warnt das Sozialministerium vor Risiken. In Hypnose können verdrängte Erinnerungen ins Bewusstsein kommen und zu einer Überflutung mit Gefühlen führen, im schlimmsten Fall bis zum seelischen Zusammenbruch. Betroffene brauchen dann sofort psychotherapeutische oder ärztliche Hilfe. In einer akuten Krise ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142 erreichbar, im Notfall die Rettung unter 144.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (14)