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Akute Psychose

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Auf den Punkt gebracht

Eine akute Psychose ist eine Krankheitsphase, in der Betroffene ihre Umwelt und sich selbst deutlich anders wahrnehmen als sonst, etwa mit Wahnvorstellungen oder Stimmenhören. Sie kann bei verschiedenen Erkrankungen auftreten, zum Beispiel bei einer Schizophrenie. Psychotische Beschwerden gehören immer ärztlich abgeklärt, bei Gefahr ist die Rettung unter 144 zu rufen.

Was ist eine akute Psychose?

In einer akuten Psychose erleben Menschen die Welt oft ganz anders als gewohnt. Sie hören zum Beispiel Stimmen, fühlen sich verfolgt oder von anderen beeinflusst, und viele sprechen unzusammenhängend. Manche verlieren den Bezug zur Realität völlig und erkennen selbst nicht, dass sie krank sind.

Bei einer Schizophrenie wechseln sich akute Psychosen mit ruhigeren Zeiten ab. Eine akute Phase kann dort Wochen bis Monate dauern, danach brauchen Betroffene oft noch Zeit, um ihren Alltag wieder zu bewältigen. Akute Psychosen kommen aber auch bei anderen Erkrankungen vor, etwa bei einer Bipolaren Störung, nach dem Konsum von Drogen oder bei Erkrankungen des Gehirns.

Gibt es Psychosen, die nur kurz dauern?

Ja, die Weltgesundheitsorganisation WHO beschreibt in ihrer Klassifikation ICD-11 eine „akute und vorübergehende psychotische Störung“ (im englischen Original „acute and transient psychotic disorder“). Sie beginnt ohne Vorzeichen und erreicht innerhalb von zwei Wochen ihren Höhepunkt. Die Beschwerden wechseln rasch, oft von Tag zu Tag oder sogar innerhalb eines Tages. Eine solche Episode dauert höchstens drei Monate, meist wenige Tage bis einen Monat.

Das MSD Manual spricht von einer kurzen psychotischen Störung, die zwischen einem Tag und einem Monat anhält. Rückfälle sind häufig, zwischen den Phasen geht es Betroffenen aber meist gut. Das Risiko, später an einer Schizophrenie zu erkranken, scheint erhöht. In einer Auswertung von 42 Studien blieb es nur bei etwa 56 von 100 Betroffenen mit einer solchen kurzen psychotischen Störung über durchschnittlich viereinhalb Jahre bei dieser Diagnose.

Wie kündigt sich eine akute Psychose an?

Bei einer Schizophrenie kündigen sich akute Psychosen meist schon Wochen oder Monate vorher an. Betroffene sind dann etwa ruhelos und angespannt, schlafen schlecht oder haben Probleme mit Konzentration und Gedächtnis.

Häufig kommt es in Zeiten mit starkem Stress zu einer akuten Psychose, zum Beispiel bei großen Lebensveränderungen. Starke Angst kann sie wahrscheinlicher machen, vermutlich auch schlechter Schlaf.

Wie wird eine akute Psychose behandelt?

Eine akute Psychose im Rahmen einer Schizophrenie wird meist im Krankenhaus behandelt. Antipsychotika wirken oft innerhalb von Stunden bis Tagen, manchmal erst nach einigen Wochen. Sie mildern Halluzinationen und Wahnvorstellungen und wirken beruhigend. Wegen möglicher Nebenwirkungen werden sie ärztlich begleitet, plötzlich abgesetzt werden sollten sie nicht.

Auch eine Psychotherapie kann schon während einer akuten Psychose beginnen. Sinnvoll ist ein Krisenplan, den Betroffene mit den Behandelnden und auch mit Angehörigen vereinbaren.

Was bedeutet Unterbringung?

Ein Spitalsaufenthalt gegen den eigenen Willen ist nur unter strengen Voraussetzungen erlaubt, die in Österreich das Unterbringungsgesetz regelt. Untergebracht werden darf nur, wer an einer psychischen Krankheit leidet und im Zusammenhang damit das eigene Leben oder die eigene Gesundheit oder das Leben oder die Gesundheit anderer ernstlich und erheblich gefährdet. Zudem darf die Person nicht in anderer Weise, insbesondere außerhalb einer psychiatrischen Abteilung, ausreichend ärztlich behandelt oder betreut werden können. Über die Zulässigkeit entscheidet ein Gericht, unabhängige Patientenanwält:innen vertreten die Betroffenen kostenlos.

Was tun in einer akuten Krise?

Bei völligem Realitätsverlust, starker Erregung oder Anzeichen von Selbst- oder Fremdgefährdung ist sofort die Rettung unter 144 zu rufen. Bei akuter Gefahr für die Sicherheit hilft die Polizei unter 133. Bis Hilfe kommt, sollte die betroffene Person möglichst nicht allein bleiben. Hilfreich ist es, ruhig zu bleiben, sie und ihre Wahrnehmung ernst zu nehmen, ohne sie zurechtzuweisen, und bei Aggression auf ausreichend Abstand zu achten.

Menschen mit Schizophrenie sind laut Gesundheitsportal in einer unbehandelten akuten Psychose und direkt nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus besonders suizidgefährdet. Bei Gedanken an Suizid hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (12)