Ein Wahn ist eine feste Überzeugung, die nicht der Wirklichkeit entspricht und an der Betroffene trotz gegenteiliger Erfahrungen oder Beweise festhalten. Wahnvorstellungen kommen bei verschiedenen psychischen und körperlichen Erkrankungen vor, etwa im Rahmen einer Psychose oder bei einer Demenz.
Was ist ein Wahn?
Ein Wahn beruht meist auf einem falschen Schluss über die Wirklichkeit und wird von anderen nicht geteilt. Für die betroffene Person ist die Vorstellung echt, Gegenbeweise ändern daran nichts oder nur kurz. Überzeugungen, die in einer Kultur oder Religionsgemeinschaft allgemein geteilt werden, gelten nicht als Wahn. Von einer überwertigen Idee spricht man, wenn jemand an einer Überzeugung zwar stark festhält, aber noch einräumen kann, dass sie falsch sein könnte.
Woher kommt das Wort?
Das althochdeutsche „wān“ bedeutete Vermutung, Meinung, Hoffnung oder Erwartung. Seit dem 16. Jahrhundert steht „Wahn“ für eine Vorstellung, die nicht der Wirklichkeit entspricht, seit dem 18. Jahrhundert auch für eine krankhafte fixe Idee.
Welche Formen gibt es?
Bei einer Schizophrenie ist der Verfolgungswahn am häufigsten, bei dem sich Menschen angegriffen, verspottet oder verfolgt fühlen. Beim Beziehungswahn erhalten alltägliche Ereignisse eine besondere, meist negative oder abwertende Bedeutung für die eigene Person. Weitere Formen sind etwa Größen-, Eifersuchts-, Liebes-, Schuld- und Verarmungswahn sowie ein Wahn, der den eigenen Körper betrifft.
Wann tritt ein Wahn auf?
Ein Wahn kann bei Schizophrenie, wahnhafter Störung, Bipolarer Störung oder schwerer Depression auftreten. Auch Drogen, Epilepsie, Gehirntumoren, Hirnentzündungen und Demenz kommen als Ursache infrage. Bei solchen körperlichen Ursachen, etwa einer Demenz, sind der Verfolgungswahn und der Wahn, bestohlen zu werden, am häufigsten.
Wahnvorstellungen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Bei akuten Wahnvorstellungen mit Verwirrtheit oder Gefahr für sich oder andere ist die Rettung unter 144 zu rufen. Bei Gedanken an Suizid hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.