Von Realitätsverlust spricht man, wenn Wahrnehmung, Denken und Handeln eines Menschen nicht mehr mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Typisch ist das für eine Psychose, auch Drogen oder körperliche Erkrankungen können es auslösen. Ein Realitätsverlust kann Zeichen eines psychiatrischen Notfalls sein.
Was bedeutet Realitätsverlust?
Das österreichische Gesundheitsportal spricht von einer Störung des Realitätsbezugs. Betroffene reden zum Beispiel wirr, haben Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Halluzinationen sind Wahrnehmungen ohne äußeren Reiz, etwa Stimmen, die sonst niemand hört. Ein Wahn ist eine feste Überzeugung, die sich auch durch Gegenbeweise nicht oder kaum ändert.
Bei einer Psychose geht der Bezug zur Realität bis zu einem gewissen Grad verloren. Die WHO kennzeichnet Schizophrenie und ähnliche psychotische Störungen in ihrer Klassifikation ICD-11 durch eine deutlich gestörte Realitätsprüfung.
Wodurch kann es dazu kommen?
Häufig steht eine psychische Erkrankung dahinter, zum Beispiel eine Schizophrenie mit ihren akuten psychotischen Phasen. Auch Drogen wie Kokain können den Realitätsbezug stören. Schwere Vergiftungen mit Alkohol oder Medikamenten und akute körperliche Erkrankungen wie eine Gehirnblutung können laut Gesundheitsportal ebenfalls psychiatrische Beschwerden auslösen.
Ist Depersonalisation ein Realitätsverlust?
Im engeren Sinn nicht. Bei einer Depersonalisation oder Derealisation wirken das eigene Ich oder die Umgebung fremd, unwirklich oder wie in weiter Ferne. Laut der in Österreich verwendeten ICD-10 wissen Betroffene dabei aber, dass diese Veränderung nicht wirklich ist.
Was ist bei Realitätsverlust zu tun?
Ein psychiatrischer Notfall braucht sofort ärztliche Hilfe. Bei Anzeichen von Selbst- oder Fremdgefährdung ist die Rettung unter 144 zu rufen, bei akuter Gefahr für die Sicherheit die Polizei unter 133. Bis Hilfe kommt, sollte die betroffene Person möglichst nicht allein bleiben. Hilfreich ist es, ruhig zu bleiben und ihre Wahrnehmung ernst zu nehmen, ohne sie zurechtzuweisen. Verhält sich die Person aggressiv, gilt es, Abstand zu halten und auf die eigene Sicherheit zu achten. Bei Gedanken an Suizid hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.