Suchtberatung ist ein Beratungsangebot für Menschen, die sich Sorgen um ihren Umgang mit Alkohol, Drogen oder einem Verhalten wie Glücksspiel machen, und für ihre Angehörigen. Suchtberatungsstellen helfen, ein Problem einzuordnen, informieren über Behandlungswege und vermitteln weiter. Die Beratung ist vertraulich und, wie etwa das Land Oberösterreich für seine Beratungsstellen angibt, kostenlos und auf Wunsch anonym.
Was ist Suchtberatung?
Suchtberatungsstellen bieten sich als erste Anlaufstelle an, wenn der eigene Konsum Sorgen macht. Oft ist es nicht leicht, selbst einzuschätzen, ob schon ein Problem besteht. Eine Beratung hilft bei dieser Einordnung, und manchmal zeigt sich dabei, dass schon einfache Veränderungen weiterhelfen.
Eine Abhängigkeit muss dafür nicht vorliegen. Die Angebote richten sich an suchtgefährdete und suchtkranke Menschen ebenso wie an deren Angehörige. Für eine erste Abklärung kommt auch die Hausärztin oder der Hausarzt infrage. Eine Beratungsstelle kann man aber auch direkt kontaktieren.
Was geschieht in einer Suchtberatung?
Im Mittelpunkt stehen Beratungsgespräche über die eigene Lage und mögliche nächste Schritte. Suchtberatungsstellen helfen bei der Wahl eines passenden Therapieangebots. Sie vermitteln Entzugsbehandlungen, bereiten darauf vor und bieten ambulante Nachbehandlung an. Außerdem unterstützen sie bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe.
In Oberösterreich etwa reicht das Angebot der Sucht- und Alkoholberatungsstellen laut Land von Information und Beratung über Begleitung und Nachbetreuung bis zur Krisenarbeit. Zum Teil wird dort auch Psychotherapie angeboten. Manche Stellen bieten neben dem persönlichen Gespräch auch Beratung am Telefon oder über das Internet an. Das österreichische Gesundheitsportal nennt zudem Online-Selbsthilfeprogramme.
Auch nach einer Behandlung bleibt die Beratung wichtig. Der regelmäßige Besuch einer Suchtberatungsstelle kann helfen, Rückfällen vorzubeugen.
Was bietet Suchtberatung Angehörigen?
Angehörige bemerken ein Suchtproblem oft als Erste, und der Alltag mit einem suchtkranken Menschen kann sehr belastend sein. In Suchtberatungsstellen können sie sich kostenlos und anonym beraten lassen. Dort erfahren sie auch, wie sie Verhalten vermeiden können, das eine Sucht ungewollt fördert. Mehr dazu steht im Glossarbegriff „Co-Abhängigkeit“. Beratungsstellen für Glücksspielsucht unterstützen meist ebenfalls Angehörige.
Wie vertraulich ist die Beratung?
Viele Menschen schämen sich für ein Suchtproblem oder geben sich selbst die Schuld daran. Deshalb ist es hilfreich zu wissen, dass Beratungsgespräche vertraulich sind. In Oberösterreich etwa sind sie laut Land auch ohne e-card und anonym möglich.
Für Einrichtungen, die nach dem Suchtmittelgesetz für die Betreuung bei Suchtgiftmissbrauch kundgemacht sind, gilt eine gesetzliche Verschwiegenheitspflicht. Auf Verlangen der betreuten Person stellen sie Bestätigungen über Beginn und Verlauf einer Betreuung aus. Auf schriftliches Verlangen der betreuten Person können sie diese auch an die Gesundheitsbehörde, das Gericht oder die Staatsanwaltschaft übermitteln.
Wer bietet Suchtberatung in Österreich an?
Suchtberatung bieten spezialisierte ambulante Einrichtungen an. Einrichtungen nach dem Suchtmittelgesetz müssen eine mit Suchtfragen vertraute Ärztin oder einen solchen Arzt haben. Je nach Angebot sichern sie mit qualifiziertem Personal klinisch-psychologische Beratung, Psychotherapie oder psychosoziale Beratung und Betreuung. Die Liste dieser Einrichtungen, nach Bundesländern geordnet, veröffentlicht das Sozialministerium.
Niederschwellige Suchteinrichtungen bieten neben Beratung auch Hilfe bei Grundbedürfnissen und Gesundheitsschutz, etwa durch Spritzentausch. Zur österreichischen Suchtpolitik gehört neben Prävention und Therapie ausdrücklich auch die Schadensminderung.
Adressen von ambulanten und stationären Einrichtungen in ganz Österreich nennt der Österreichische Suchthilfekompass. Weitere Anlaufstellen kennen die Sucht- und Drogenkoordinationen der Bundesländer.
Bei einer Überdosierung oder schweren Vergiftungszeichen ist sofort die Rettung unter 144 zu rufen. In einer seelischen Krise erreicht man die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, Kinder und Jugendliche Rat auf Draht unter 147.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.