balancio

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

05:22

Auf den Punkt gebracht

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) fasst körperliche und psychische Beschwerden zusammen, die regelmäßig in den Tagen vor der Regelblutung auftreten. Typisch sind etwa Unterleibs- und Kopfschmerzen, Brustspannen und Stimmungsschwankungen, die mit dem Einsetzen der Blutung wieder abklingen. Meist sind die Beschwerden leicht, bei stärkeren kommen verschiedene Maßnahmen und Medikamente infrage.

Was ist das prämenstruelle Syndrom?

Viele Frauen kennen die „Tage vor den Tagen“: Unterleib oder Kopf schmerzen, sie sind traurig oder gereizt und fühlen sich aufgeschwemmt. Fachleute fassen solche Beschwerden unter dem Begriff prämenstruelles Syndrom zusammen. Sie beginnen laut österreichischem Gesundheitsportal meist einige Tage bis zwei Wochen vor der Blutung und verschwinden mit ihrem Einsetzen oder ein bis zwei Tage danach.

Die meisten Mädchen und Frauen spüren nur einzelne, leichte Beschwerden. Etwa 20 bis 40 von 100 haben laut dem deutschen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stärkere Beschwerden, die den Alltag spürbar belasten. Bei 3 bis 8 von 100 sind vor allem die psychischen Beschwerden so stark, dass sie das Leben deutlich stören. Dann sprechen Fachleute von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).

Seit wann ist PMS bekannt?

Beschwerden vor der Regelblutung werden schon seit Langem beschrieben. 1931 erschien eine Facharbeit über die „prämenstruelle Spannung“. 1953 veröffentlichten R. Greene und K. Dalton einen Artikel mit dem Titel „The premenstrual syndrome“.

Welche Beschwerden sind typisch?

Mehr als 150 verschiedene Beschwerden sind bekannt, und sie fallen von Frau zu Frau unterschiedlich aus. Körperlich sind etwa empfindliche Brüste, Wassereinlagerungen, Unterbauchkrämpfe, Rückenschmerzen, Müdigkeit, Heißhunger oder Hautunreinheiten möglich. Seelisch zeigen sich zum Beispiel Stimmungsschwankungen, Traurigkeit, Reizbarkeit, Ängste, Antriebslosigkeit sowie Schlaf- und Konzentrationsprobleme.

Manche Frauen haben das Gefühl, die Kontrolle über ihren Körper und ihre Gefühle zu verlieren. Ausgeprägte Beschwerden können auch Beziehungen in Familie, Freundeskreis und Beruf belasten. Wie stark PMS ausfällt, kann sich von Zyklus zu Zyklus ändern. Spätestens mit der letzten Regelblutung in den Wechseljahren verschwindet es.

Wie entsteht PMS?

Die genauen Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Fachleute vermuten, dass manche Frauen empfindlicher auf die natürlichen Hormonschwankungen nach dem Eisprung reagieren, besonders auf das Hormon Progesteron. Die Hormonspiegel betroffener Frauen sind dabei nicht unbedingt verändert. Vermutet wird außerdem ein Zusammenspiel mit dem Botenstoff Serotonin im Gehirn. Auch die familiäre Veranlagung spielt eine Rolle, und Rauchen, Alkohol und Stress dürften die Beschwerden verstärken.

Wie wird PMS festgestellt?

Erste Anlaufstelle ist eine Frauenärztin oder ein Frauenarzt, besonders wenn die Beschwerden Alltag oder Beziehungen stark beeinträchtigen. Im Gespräch geht es um Art und Zeitpunkt der Beschwerden, und Erkrankungen mit ähnlichen Anzeichen wie eine Depression werden ausgeschlossen. Hilfreich ist ein Tagebuch, in dem die Beschwerden mindestens zwei bis drei Monate lang notiert werden. Normale Hormonwerte im Blut schließen ein PMS nicht aus.

Was hilft bei PMS?

Aussagekräftige Studien gibt es bisher nur wenige, deshalb ist der Nutzen vieler Behandlungen unklar. Bei leichten Beschwerden helfen oft schon Bewegung, ausreichend Schlaf, Entspannung und wenig Alkohol und Nikotin. Für regelmäßigen Sport deutet eine Studienauswertung auf eine Linderung hin.

Bei stärkeren Beschwerden kommen nach ärztlicher Rücksprache Medikamente infrage. Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille können PMS-Beschwerden lindern, erhöhen aber geringfügig das Risiko für Blutgerinnsel. Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI können starke psychische Beschwerden lindern, sie können aber etwa Übelkeit, Schlafstörungen und weniger sexuelle Lust auslösen. Entwässernde Mittel helfen bei starken Wassereinlagerungen, nach dem Absetzen kann der Körper aber mehr Wasser einlagern als vorher.

Für Kalzium und Mönchspfeffer gibt es laut IQWiG schwache Hinweise auf eine Wirkung, bewiesen ist sie nicht. Auch Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel können Nebenwirkungen haben, hoch dosiertes Vitamin B6 kann etwa die Nerven schädigen. Ärzt:innen raten deshalb zu vorheriger Rücksprache. Ob eine kognitive Verhaltenstherapie hilft, ist laut IQWiG unklar, das MSD Manual hält sie bei Stimmungsschwankungen für hilfreich.

Im Alltag lassen es viele Frauen an diesen Tagen ruhiger angehen. Manche sprechen mit Partner:in oder Familie darüber, um mehr Verständnis zu bekommen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (6)