Was ist Ernährungsberatung?
Ernährungsberatung umfasst Informationen und Handlungsempfehlungen, die auf eine einzelne Person oder eine Gruppe zugeschnitten sind. Sie sollen anregen und dabei anleiten, die Ernährung gesundheitsorientiert zu verändern. Dazu gehört etwa, die Kost für Einzelne oder Gruppen auszuwählen, zusammenzustellen und zu berechnen. Auch die Frage, ob eine Nahrungsergänzung sinnvoll ist, kann Thema sein.
Viele Beratungen richten sich an gesunde Menschen und dienen der Vorbeugung. Häufig geht es um Lebensphasen mit besonderem Bedarf, etwa bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, in Schwangerschaft und Stillzeit, im Sport oder im Alter. Die Ernährungstherapie ist dagegen eine besondere Form der Beratung für kranke Menschen.
Wie läuft eine Ernährungsberatung ab?
Am Anfang steht meist eine genaue Bestandsaufnahme der bisherigen Ernährung, etwa im Gespräch, mit einem Ernährungsprotokoll und, wenn vorhanden, mit medizinischen Befunden. Dabei zählen auch Lebenssituation, persönliche Ziele und Möglichkeiten. Daraus entstehen gemeinsam Ziele und ein Plan, der später überprüft und angepasst wird.
Ein wichtiger Teil ist die Umsetzung im Alltag. Mahlzeiten werden geplant, passende Lebensmittel ausgewählt und Empfehlungen an Vorlieben, Tagesablauf und kulturelle Gewohnheiten angepasst. Hilfsmittel sind etwa Portionsmodelle, Nährwerttabellen, Einkaufsleitfäden, Rezepte oder einfache Menüpläne. Auch Angehörige können beraten und geschult werden.
Wer darf in Österreich Ernährungsberatung anbieten?
Gewerbliche Ernährungsberatung ist in Österreich an eine bestimmte Ausbildung gebunden. Laut Gewerbeordnung ist sie Teil der Lebens- und Sozialberatung, aber nur mit einem Studium der Ernährungswissenschaften an einer österreichischen Universität oder einer Ausbildung in Diätologie. Wer diese Ausbildung nicht hat, darf solche Leistungen auch nicht unter anderem Namen anbieten. Der Oberste Gerichtshof ließ 2017 ein Verbot für Angebote bestehen, die als Training, Coaching oder Schulung etwa zum Abnehmen oder zur Kinderernährung beworben wurden.
Diätolog:innen gehören zu den gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufen. Sie studieren sechs Semester an einer Fachhochschule und müssen im Gesundheitsberuferegister eingetragen sein. Sie beraten gesunde und kranke Menschen und erstellen Ernährungskonzepte zum Beispiel bei Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Adipositas, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Nieren- oder Krebserkrankungen. Ernährungswissenschafter:innen arbeiten dagegen vor allem vorbeugend mit gesunden Menschen. Die Ernährungstherapie für kranke Menschen ist eine medizinische Tätigkeit und laut AMS-Berufslexikon Gesundheitsberufen wie Diätolog:innen und Ernährungsmediziner:innen vorbehalten. Ärzt:innen können dafür das Diplom Ernährungsmedizin der Österreichischen Ärztekammer erwerben.
Was bringt eine Ernährungsberatung?
Ernährungsberatung kann Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbessern. Eine Cochrane-Übersicht aus 44 Studien mit gesunden Erwachsenen fand dadurch leicht gesunkene Blutdruck- und Cholesterinwerte. Bei Menschen, die von einem erhöhten Risiko wussten, gab es Hinweise auf eine etwas bessere Wirkung. Ob die Verbesserungen länger als etwa ein Jahr anhalten, ist nicht bekannt.
Auch bei Krankheiten kann Ernährungsberatung Teil einer Behandlung sein. Bei Adipositas etwa arbeiten Diätolog:innen im Team mit Ärzt:innen, Physio- und Psychotherapeut:innen. Wer seine Ernährung stark umstellen will, etwa mit einer besonderen Diät, sollte sich fachlich begleiten lassen, damit kein Nährstoffmangel entsteht.
Was kostet eine Ernährungsberatung?
Diätolog:innen können direkt kontaktiert werden. Beratung zur Vorbeugung und Gesundheitsförderung ist ohne ärztliche Anordnung möglich, eine Ernährungstherapie bei einer Erkrankung setzt nach dem MTD-Gesetz eine ärztliche Anordnung voraus. Damit die Sozialversicherung die Kosten ganz oder teilweise übernimmt, braucht es in der Regel eine ärztliche Verordnung. Ohne Verordnung ist die Beratung eine Privatleistung, bei Wahl-Diätolog:innen ist eine teilweise Rückerstattung möglich. Einige Sozialversicherungsträger bieten zudem eigene Programme zu Ernährung und Gewicht an.