Diätologie ist in Österreich ein gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf rund um die Ernährung gesunder und kranker Menschen. Diätolog:innen beraten, erstellen Ernährungspläne und übernehmen die ernährungsmedizinische Therapie, etwa bei Diabetes oder Nahrungsmittelallergien. Ausgebildet werden sie in einem Bachelorstudium an einer Fachhochschule.
Was ist Diätologie?
Diätologie ist der Gesundheitsberuf für ernährungsmedizinische Behandlung und Beratung. Das MTD-Gesetz 2024 beschreibt ihn als Behandlung und Beratung zur Erhaltung, Förderung, Verbesserung und Wiederherstellung des Gesundheitszustandes, einschließlich Ernährungs- und Verpflegungsmanagement. Diätolog:innen zählen zu den gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen Gesundheitsberufen, kurz MTD-Berufe, wie auch Physiotherapie und Ergotherapie.
Das Wort „Diät“ kommt über das lateinische „diaeta“ vom griechischen „díaita“. Es bedeutete „Lebensart“ und auch die vom Arzt vorgeschriebene Lebensweise.
Woher kommt der Beruf?
Geregelt ist der Beruf seit 1992 im MTD-Gesetz, damals als „Diätdienst und ernährungsmedizinischer Beratungsdienst“. Bis Juli 2005 lautete die Berufsbezeichnung „Diplomierte Diätassistentin und ernährungsmedizinische Beraterin“ bzw. „Diplomierter Diätassistent und ernährungsmedizinischer Berater“. Seither heißt es „Diätologin“ und „Diätologe“.
Am 1. September 2024 trat das neue MTD-Gesetz 2024 in Kraft und löste das bisherige Gesetz ab. Berufsberechtigungen nach dem alten Gesetz bleiben aufrecht.
Was machen Diätolog:innen?
Diätolog:innen arbeiten in einem festgelegten Ablauf: Sie erheben den Ernährungszustand, stellen eine fachspezifische Diagnose, planen Maßnahmen, setzen sie um und überprüfen das Ergebnis. Laut Gesundheitsportal stützen sie sich dabei auf Gespräche, Ernährungsprotokolle und medizinische Befunde und berücksichtigen Lebenssituation und persönliche Ziele. Individuelle Konzepte gibt es unter anderem bei Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Adipositas, Magen-Darm-Erkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien sowie bei Mangel- und Fehlernährung.
Ein weiteres Feld ist die klinische Ernährung über Sonden oder Infusionen, wenn Menschen sich in medizinisch komplexen Situationen befinden. Diätolog:innen beraten außerdem Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Betriebe bei Speiseplänen und Nährstoffberechnung. Sie arbeiten angestellt oder selbstständig, etwa in Krankenanstalten, Reha-Einrichtungen, Primärversorgungseinheiten oder in eigener Praxis.
Wann braucht es eine ärztliche Anordnung?
Für die Behandlung werden Diätolog:innen nach ärztlicher oder zahnärztlicher Anordnung tätig, und zwar eigenverantwortlich. Ohne Anordnung arbeiten sie in der Gesundheitsförderung sowie in der Primär- und Sekundärprävention, also wenn es darum geht, gesund zu bleiben oder Krankheiten früh zu erkennen und zu behandeln. Laut Gesundheitsportal können diätologische Leistungen grundsätzlich direkt in Anspruch genommen werden.
Wie wird man Diätologin oder Diätologe?
Die Ausbildung ist ein sechssemestriges Bachelorstudium an einer Fachhochschule mit 180 ECTS und dem Abschluss Bachelor of Science. Wer den Beruf ausüben will, muss außerdem im Gesundheitsberuferegister eingetragen sein. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt, und innerhalb von fünf Jahren sind mindestens 60 Fortbildungsstunden zu absolvieren.
Wie hängen Diätologie und Ernährungsberatung zusammen?
Diätolog:innen können Ernährungsberatung auch als Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung anbieten. Die Gewerbeordnung nennt dafür noch die frühere Ausbildung zur Diätassistentin oder zum Diätassistenten. Die Ernährungstherapie für kranke Menschen auf ärztliche Anordnung beschreibt die Wirtschaftskammer dagegen als humanmedizinische Tätigkeit, die Diätolog:innen vorbehalten ist.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.