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Emotionsfokussierte Therapie (EFT)

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Auf den Punkt gebracht

Die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) ist ein humanistischer Psychotherapieansatz, der Gefühle als wichtige Quelle für Bedeutung, Orientierung und Entwicklung versteht. In der Therapie werden belastende Gefühle erkundet, vertieft und verändert, oft mit Übungen wie der Arbeit mit zwei Stühlen. Den Ansatz gibt es als Einzeltherapie und in einer eigenen Form für Paare.

Was ist Emotionsfokussierte Therapie?

Die Emotionsfokussierte Therapie stammt aus der personzentrierten Tradition, besonders aus ihrem erlebnisorientierten Zweig, der auf den späten Carl Rogers und auf Eugene Gendlin zurückgeht. Sie verbindet die einfühlsame, wertschätzende Beziehung der personzentrierten Therapie mit aktiveren Methoden aus der Gestalttherapie und dem Focusing. Neu ist die zentrale Rolle, die sie den Gefühlen gibt.

Die Abkürzung EFT steht auch für die Emotional Freedom Techniques, ein Verfahren, das Elemente aus Konfrontations- und kognitiven Therapien mit Akupressur verbindet. Mit der Emotionsfokussierten Therapie hat dieses Verfahren nichts zu tun, mehr dazu im Glossarbegriff „Klopfakupressur (Tapping)“.

Woher kommt die Emotionsfokussierte Therapie?

Der Ansatz beruht auf einem Forschungsprogramm, das bis in die 1970er-Jahre zurückreicht. Entwickelt haben ihn Leslie Greenberg von der York University in Toronto und Kolleg:innen, darunter Laura Rice und Robert Elliott. Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre hieß er zunächst „Process-Experiential Therapy“, im Deutschen „prozess-erlebnisorientierte Psychotherapie“.

Parallel entstand eine Form für Paare. Greenberg und Susan Johnson nannten sie „Emotionally Focused Therapy“, um sie von der damals verbreiteten verhaltenstherapeutischen Paartherapie abzugrenzen. Seit den späten 1990er-Jahren wird die Bezeichnung „Emotion-Focused Therapy“ auch für die Einzeltherapie verwendet. Begonnen hat die EFT als Einzeltherapie bei Depression und als Hilfe für Paare mit Beziehungsproblemen. Später kamen Anwendungen bei Traumafolgen, Angst und Essproblemen hinzu.

Wie läuft eine Emotionsfokussierte Therapie ab?

Grundlage ist eine Beziehung, die von Einfühlung, Akzeptanz und echter Präsenz der Therapeut:in getragen ist. Klient:innen gelten als Fachleute für sich selbst und bestimmen mit, woran gearbeitet wird.

Die EFT unterscheidet verschiedene Arten von Gefühlen. Ursprüngliche, hilfreiche Gefühle zeigen, was jemand braucht, etwa Ärger, wenn eine Grenze verletzt wird. Andere Gefühle sind aus früheren, oft schmerzhaften Erfahrungen gelernt und passen nicht mehr zur heutigen Situation. Wieder andere sind Reaktionen auf ein darunterliegendes Gefühl, etwa Ärger über die eigene Angst. Ziel ist, vom unklaren Leiden zum Kern des Schmerzes vorzudringen und dort hilfreiche Gefühle und Bedürfnisse zugänglich zu machen.

Dafür achten Therapeut:innen auf bestimmte Hinweise im Gespräch und schlagen passende Aufgaben vor. Bei starker Selbstkritik kann ein Dialog zwischen zwei Seiten der eigenen Person auf zwei Stühlen helfen. Bei unerledigten Gefühlen gegenüber einer wichtigen Bezugsperson wird diese auf einem leeren Stuhl vorgestellt und angesprochen. Ist ein Gefühl nur vage spürbar, kommt Focusing zum Einsatz.

Was sagt die Forschung?

Eine Übersichtsarbeit über humanistisch-experienzielle Therapien fand die deutlichsten Ergebnisse für die EFT. Sie stammt allerdings von Forschenden, die diese Ansätze selbst vertreten. Für die Paartherapie fasste eine Auswertung von 33 randomisierten Studien zusammen, dass sich die Beziehungszufriedenheit unmittelbar nach emotionsfokussierter wie nach verhaltenstherapeutischer Paartherapie mittelstark verbesserte, nach sechs Monaten war der Effekt nur noch klein. Einen deutlichen Unterschied zwischen beiden fand sie nicht, wegen möglicher Verzerrung durch unveröffentlichte Studien sind die Ergebnisse aber mit Vorsicht zu lesen.

Wo liegen die Grenzen?

Auch innerhalb der humanistischen Richtung gibt es Kritik. Manchen personzentrierten Therapeut:innen ist die EFT zu lenkend, Gestalttherapeut:innen halten sie teils für zu technikorientiert. In Österreich ist die EFT keine eigene anerkannte Psychotherapiemethode. Psychotherapie dürfen hier nur Personen ausüben, die in die Berufsliste Psychotherapie eingetragen sind.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (11)