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Tantrische Meditation

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Auf den Punkt gebracht

Tantrische Meditation bezeichnet Meditationsformen, die sich auf das Tantra berufen, eine Strömung indischer Religionen. Typisch sind dort Mantras, Handgesten und bildhafte Vorstellungen, sogenannte Visualisierungen. Studien zur Wirkung heutiger Angebote fehlen.

Was ist Tantra?

Tantra ist eine religiöse Strömung, die in Indien entstand und im Hinduismus wie im Buddhismus vorkommt. Das Sanskrit-Wort tantra bedeutet ursprünglich Webstuhl oder Kette eines Gewebes, später auch Lehre oder System. Zunächst bezeichnete es eine Gruppe von Texten, dann auch die darin beschriebenen Ideen. Die ältesten hinduistischen Tantra-Texte, die der Göttin gewidmet sind, entstanden im 6. bis 7. Jahrhundert. Tantrische Lehren wurden traditionell geheim gehalten. Zu den typischen Elementen gehört die Einweihung durch eine Lehrerin oder einen Lehrer, den Guru.

Wie wird tantrisch meditiert?

In der Tradition arbeitet tantrische Meditation mit Visualisierung. Übende stellen sich etwa eine Gottheit vor oder setzen Gottheiten in der Vorstellung an Stellen des eigenen Körpers. Dazu kommen Mantras, also heilige Worte, Handgesten (Mudras) und geometrische Bilder (Yantras). Im tibetischen Buddhismus gibt es eine Meditation, bei der sich Übende selbst als Gottheit vorstellen. Sie stammt aus hinduistischen und buddhistischen Tantra-Traditionen Indiens.

Was versteht man im Westen darunter?

Im 20. Jahrhundert lehrte der indische Lehrer Osho eine eigene Mischform des hinduistischen Tantra und fand damit auch im Westen Anhänger:innen. Westliche Angebote setzen Tantra häufig mit Sexualität gleich. Nach einem religionswissenschaftlichen Überblick der Virginia Commonwealth University hat dieses westliche Tantra mit den Praktiken, auf die es sich beruft, wenig gemeinsam.

Wo liegen die Grenzen?

Zur Wirkung tantrischer Meditation gibt es nur wenige kleine Laborstudien mit erfahrenen Übenden aus dem tibetischen Buddhismus. Sie zeigten eher Zeichen von Anregung als von Entspannung. Meditation allgemein kann auch unerwünschte Wirkungen haben, etwa Angst, depressive Beschwerden oder ungewöhnliche Denkerfahrungen, auch bei Menschen ohne frühere psychische Probleme. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, im Notfall die Rettung unter 144.

Wer Meditation ohne Gesundheitsberuf anbietet, darf keine Krankheiten feststellen oder behandeln.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (6)