Visualisierung bedeutet hier, sich etwas bewusst bildlich vorzustellen. In der Meditation werden so gezielt Vorstellungsbilder hervorgerufen, im Sport und in der Rehabilitation werden Bewegungen in Gedanken geübt. Nach einem Schlaganfall kann gedankliches Üben zusätzlich zur Therapie die Armfunktion verbessern.
Was ist Visualisierung?
Das Wort hat zwei Bedeutungen. Meist meint es die anschauliche Darstellung von Daten, etwa in Diagrammen. Daneben bezeichnet es eine meditative Übung, in der bestimmte Vorstellungsbilder hervorgerufen werden. Verwandt ist es mit „visuell“, das über das Französische auf spätlateinisch visualis „zum Sehen gehörig“ und lateinisch visus „das Sehen“ zurückgeht.
Das Vorstellungstraining ist eine klassische Technik im psychologischen Training von Sportler:innen. Eine Metaanalyse von 2025 mit 86 Studien und rund 3.600 Sportler:innen fand, dass es die Leistung verbesserte, etwa Wendigkeit und Muskelkraft. In Kombination mit weiteren mentalen Trainingsformen wirkte es stärker als allein. Am meisten brachten in der Auswertung etwa zehn Minuten Übung dreimal pro Woche über rund 100 Tage.
Hilft gedankliches Üben nach einem Schlaganfall?
Gedankliches Üben, bei dem Tätigkeiten im Kopf durchgespielt werden, kann nach einem Schlaganfall als Ergänzung zur Therapie helfen. Das zeigt eine Cochrane-Übersicht von 2020, die 25 Studien mit 676 Menschen nach einem Schlaganfall auswertete. Zusätzlich zur üblichen Therapie verbesserte es den Einsatz des betroffenen Arms, die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse war mittel. Alltagstätigkeiten wurden dadurch vermutlich nicht leichter, und als Ersatz für herkömmliche Therapie zeigte sich kein klarer Vorteil. Unerwünschte Wirkungen hat keine der Studien erfasst.
Wo liegen die Grenzen?
Das Sozialministerium zählt Imaginationsverfahren zum Bereich Entspannung und bezeichnet diesen als höchst sensibel. Wenn die Aufmerksamkeit nach innen geht, können schmerzhafte, verdrängte Erinnerungen auftauchen. Das Ministerium empfiehlt daher, die Qualifikation der Anbietenden sorgfältig zu prüfen. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.