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Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie (PEP)

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Auf den Punkt gebracht

Die Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie, kurz PEP, ist eine Methode, die der Psychiater Michael Bohne aus Hannover aus den Klopftechniken weiterentwickelt hat. Sie verbindet das Beklopfen bestimmter Körperpunkte mit Elementen aus mehreren Psychotherapierichtungen. Eigene Studien zu PEP gibt es bisher nur wenige.

Was ist PEP?

PEP ist laut ihrem Begründer eine Weiterentwicklung von Klopftechniken wie den Emotional Freedom Techniques (EFT). Bohne verbindet sie mit Strategien aus psychodynamischen, systemischen, verhaltenstherapeutischen und hypnotherapeutischen Ansätzen. Außerdem ordnet er PEP den sogenannten bifokal-multisensorischen Verfahren zu, zu denen er auch EMDR zählt.

Der Begriff „Embodiment“ verweist auf den Körper. Bohne geht davon aus, dass Gefühle zu einem großen Teil aus Körperwahrnehmungen bestehen. Deshalb bezieht PEP den Körper ein, wenn belastende Gefühle verändert werden sollen. PEP kann eigenständig oder zusammen mit anderen Verfahren eingesetzt werden, in Psychotherapie ebenso wie im Coaching.

Woher kommt PEP?

Michael Bohne ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Nach eigener Darstellung lernte er 2001 die Klopftechniken kennen und bildete ab 2003 andere darin fort. Dabei merkte er, dass viele erfahrene Psychotherapeut:innen und Coaches die Verfahren als zu esoterisch, zu technisch oder mit zu vielen Heilsversprechen beladen empfanden.

Bohne überarbeitete deshalb das Konzept, die Erklärungsmodelle und die Begriffe. Ziel war nach seinen Worten, die Klopftechniken zu „entmystifizieren“. Daraus entstand PEP, das er seit 2008 lehrt. PEP war zunächst als Zusatztechnik gedacht und wird heute von ihm als eigenständige Methode beschrieben. Der Name ist als Marke geschützt.

Wie läuft PEP ab?

Bekanntester Bestandteil der Methode ist das Klopfen, also ein sanftes, rhythmisches Beklopfen bestimmter Körperpunkte mit den Fingern. Bohne spricht von Akupunkturpunkten. Während des Klopfens richten Klient:innen ihre Aufmerksamkeit auf ein belastendes Gefühl oder Thema. Anders als bei EFT wird bei PEP laut einer Studienbeschreibung ohne begleitende Bestätigungssätze geklopft. Als weitere Reize nennt Bohne etwa Augenbewegungen, Summen und Zählen.

Daneben arbeitet PEP mit eigenen Werkzeugen, etwa den „Big Five Lösungsblockaden“, einem Kognitions-Kongruenz-Test und einem Selbstwert-Training. Im Mittelpunkt stehen laut Bohne die Selbstwirksamkeit und die Beziehung zu sich selbst. Die Haltung soll von Leichtigkeit, Zuversicht und Humor geprägt sein, ohne das vorhandene Leid zu übergehen. Klient:innen können das Klopfen auch zur Selbsthilfe nutzen.

Was sagt die Forschung?

Studien eigens zu PEP gibt es bisher kaum. An der Medizinischen Hochschule Hannover untersuchte eine Forschungsgruppe mit Hirnscans, wie sich Klopfen auf die Verarbeitung belastender Bilder auswirkt. In einer Studie von 2022 erhielten 29 Menschen mit Flugangst je eine 60- bis 90-minütige PEP-Sitzung. Danach war ihre Flugangst im Fragebogen geringer.

Eine Vergleichsgruppe ohne PEP gab es dabei nicht. Bohne war Mitautor und leitet das Fortbildungsinstitut für PEP, worauf die Studie selbst hinweist. Die Autor:innen betonen außerdem, dass sich die Ergebnisse aus dem Scanner nur teilweise auf die Praxis übertragen lassen.

Bohne wertet Studien zu anderen Klopftechniken, vor allem zu EFT, auch als Beleg für PEP, weil das Klopfen ähnlich abläuft. Ob sich deren Ergebnisse auf PEP als Ganzes übertragen lassen, wurde nicht eigens untersucht. Mehr zur Studienlage des Klopfens steht im Glossarbegriff Klopfakupressur.

Wer wendet PEP an?

Laut Bohne richtet sich PEP an gut ausgebildete Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen und Coaches. Unter dem geschützten Namen arbeiten dürfen nur Absolvent:innen seiner Fortbildung, die er laut der Studie von 2022 in Deutschland, Österreich und der Schweiz anbietet.

In Österreich gehört PEP nicht zu den vom Gesundheitsministerium anerkannten Psychotherapiemethoden. Psychotherapie ausüben darf nur, wer in der Berufsliste Psychotherapie eingetragen ist. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten. Bei psychischen Störungen gehört das auch zum Beruf von Psychotherapeut:innen sowie Klinischen und Gesundheitspsycholog:innen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (8)