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Integrative Therapie

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Auf den Punkt gebracht

Die Integrative Therapie ist eine in Österreich anerkannte Psychotherapiemethode aus der humanistischen Ausrichtung. Sie verbindet Konzepte verschiedener Therapieschulen und arbeitet neben dem Gespräch auch mit kreativen Medien und dem Körper. Allgemeiner beschreibt „integrativ“ eine Arbeitsweise, die Elemente mehrerer Methoden zusammenführt.

Was ist Integrative Therapie?

Die Integrative Therapie ist eine schulenübergreifende Methode, die Konzepte aus unterschiedlichen Richtungen aufnimmt. Grundlage sind laut Sozialministerium klinisch-empirische Forschung und neurowissenschaftliche Erkenntnisse. Persönliche Entwicklung versteht sie als lebenslangen Prozess.

Im Mittelpunkt ihres Menschenbilds steht der Begriff „Leib“. Gemeint ist nicht nur der biologische Körper, sondern der fühlende, denkende und wollende Mensch. Dieser lebt immer in einem sozialen und ökologischen Umfeld und in seiner eigenen Lebensgeschichte. Ihre Vertreter:innen verstehen die Methode weniger als eigene Schule denn als Strömung innerhalb der Psychotherapie.

Woher kommt die Integrative Therapie?

Die Integrative Therapie entstand Mitte der 1960er-Jahre in Paris. Den Begriff nannten Hilarion G. Petzold und Johanna Sieper erstmals 1965, später arbeitete Ilse Orth an der Entwicklung mit. Anfang der 1970er-Jahre brachte die Ärztin Hildegund Heinl eine psychosomatische Ausrichtung ein und vertiefte die Arbeit mit Leib und Bewegung.

Einflüsse kamen aus der Psychoanalyse, der Gestalttherapie, dem Psychodrama, der Körpertherapie, der Verhaltenstherapie und systemischen Ansätzen. In Österreich ist die Integrative Therapie als eigene Methode anerkannt, seit 2020 gibt es eine Fachsektion im Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG).

Wie läuft eine Integrative Therapie ab?

Ausgangspunkt ist die aktuelle Lebenssituation, von der aus belastende und stützende Ereignisse der Lebensgeschichte in den Blick kommen. Grundlage ist eine tragfähige therapeutische Beziehung. Neben dem Gespräch setzen Psychotherapeut:innen kreative Medien, Techniken und Verfahren ein, etwa Malen, Formen, Schreiben, Tanzen oder Musik. Dabei kann eine Sitzung vom Gespräch zu einer Vorstellungsübung und weiter zu einem kreativen Ausdruck wechseln.

Die Methode beschreibt vier Wege, die sie „Wege der Heilung und Förderung“ nennt. Gemeint sind Einsicht und Sinnfindung, nachholende Beziehungserfahrungen, das Aktivieren von Erleben und Ressourcen sowie Erfahrungen von Solidarität. Als Ziel nennt das Sozialministerium, Symptome psychischer und psychosomatischer Erkrankungen zu lindern und Lebensqualität sowie Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Angeboten wird sie als Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppentherapie.

Integrative Therapie oder integrativer Ansatz?

Die beiden Begriffe meinen nicht unbedingt dasselbe. „Integration“ ist in der Psychotherapie ein Sammelbegriff, der von der Annäherung verschiedener Theorien bis zur gezielten Auswahl von Techniken aus mehreren Methoden reicht. Viele Psychotherapeut:innen bezeichnen ihre Arbeitsweise heute als integrativ. Wer von einem integrativen Ansatz spricht, muss also nicht in der Methode Integrative Therapie ausgebildet sein.

Davon zu unterscheiden ist auch die Integrative Gestalttherapie. Sie ist in Österreich eine eigene anerkannte Methode, obwohl die Gestalttherapie in der Entwicklung der Integrativen Therapie eine zentrale Rolle spielte.

Wer bietet Integrative Therapie in Österreich an?

Die Methode bieten Psychotherapeut:innen an, die in der Berufsliste Psychotherapie eingetragen sind. In der öffentlichen Suche der Liste lässt sich „Integrative Therapie“ gezielt auswählen. Auch Methoden der Lebens- und Sozialberatung haben sich teils aus der Integrativen Therapie entwickelt, Psychotherapie ist von diesem Gewerbe aber ausgenommen.

Für einen Kostenzuschuss der Sozialversicherung braucht es in der Regel eine krankheitswertige psychische Störung und eine ärztliche Bestätigung. Reine Beratung oder Persönlichkeitsentwicklung übernimmt die Kasse nicht.

Wo liegen die Grenzen?

Die Vertreter:innen der Methode stützen ihre Aussagen zur Wirksamkeit vor allem auf die allgemeine Psychotherapieforschung, etwa zur Bedeutung der therapeutischen Beziehung, und auf Arbeiten aus dem eigenen Umfeld. Unabhängige Studien eigens zur Integrativen Therapie nennt keine der hier verwendeten Quellen. Weil seelische Beschwerden auch körperliche Ursachen haben können, gehört eine medizinische Abklärung dazu.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (8)