Erwartungsangst ist Angst, die schon beim Gedanken an ein bevorstehendes Ereignis oder an das eigene Verhalten darin entsteht. Wer nach heftigen Angstanfällen vor allem den nächsten Anfall fürchtet, erlebt die sogenannte „Angst vor der Angst“. Sie kann eine Angststörung aufrechterhalten, weil sie dazu verleitet, Situationen zu meiden.
Was ist Erwartungsangst?
Erwartungsangst richtet sich auf etwas, das noch gar nicht eingetreten ist. Der Duden beschreibt sie als Angst in Bezug auf erwartete Ereignisse oder erwartetes persönliches Verhalten.
Bekannte Beispiele aus dem Alltag sind Prüfungsangst, die schon während der Vorbereitung auftreten kann, und Lampenfieber vor einem Auftritt. Eine gewisse Aufregung ist dabei normal und kann sogar Energie geben. Beides sind keine Krankheiten, die Ängste können aber so groß werden, dass sich eine Angststörung entwickelt.
Welche Rolle spielt sie bei Angststörungen?
Bei Phobien entsteht laut der Klassifikation ICD-10 meist schon Erwartungsangst, wenn Betroffene sich vorstellen, die gefürchtete Situation könnte eintreten. Bei einer Panikstörung sehen Betroffene der nächsten Attacke mit Schrecken entgegen und meiden Situationen, die sie mit früheren Attacken verbinden. Mehr dazu steht in den Glossarbegriffen „Panikstörung“ und „Phobie“.
Wie entsteht der Teufelskreis der Angst?
Die Österreichische Gesellschaft für Verhaltenstherapie beschreibt einen Kreislauf aus Körper und Gedanken. Herzklopfen wird bemerkt, der Gedanke „Ich werde gleich zusammenbrechen“ folgt und verstärkt die körperliche Reaktion. Schon nach einigen Wiederholungen kann so die Angst vor der Angst entstehen. Wer die Situationen dann meidet, macht keine neuen Erfahrungen, die den Kreis durchbrechen könnten.
Was hilft bei Erwartungsangst?
In der Verhaltenstherapie geht es darum, die Vermeidung schrittweise aufzugeben und sich der Angst zu stellen. Oft kommen Entspannungsverfahren und die Arbeit an angstauslösenden Gedanken dazu. Bei Prüfungsangst und Lampenfieber nennt das Gesundheitsportal etwa gute Vorbereitung, Entspannungstechniken und bewusst ruhiges Atmen. Bei starker Angst helfen Fachärzt:innen für Psychiatrie, Psychotherapeut:innen und Klinische Psycholog:innen, in Schule und Studium auch die Schulpsychologie und die Psychologische Studierendenberatung.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.