Biofeedback ist ein Übungsverfahren, bei dem Geräte Körpervorgänge wie Puls, Muskelspannung oder Hauttemperatur messen und sofort auf einem Bildschirm oder als Ton zurückmelden. So lässt sich lernen, diese sonst unbewussten Vorgänge wahrzunehmen und, meist über Entspannung, gezielt zu beeinflussen. Eingesetzt wird es etwa bei Kopfschmerzen, Stress, Schlafproblemen und Beckenbodenbeschwerden.
Was ist Biofeedback?
Biofeedback macht Abläufe im Körper sichtbar oder hörbar, die man sonst kaum bemerkt. Sensoren messen zum Beispiel Puls, Atemfrequenz, Körpertemperatur, Muskelspannung oder Hirnströme, und ein Computer stellt die Werte dar. Über diese Rückkopplung, das „Feedback“, lernen Übende, die Werte zu verändern.
Das deutsche Gesundheitsportal des IQWiG beschreibt Biofeedback als Entspannungsverfahren aus der Verhaltenstherapie. Das MSD Manual zählt es zu den Körper-Geist-Techniken, mit denen unbewusste Vorgänge unter bewusste Kontrolle kommen sollen.
Woher kommt Biofeedback?
Der Begriff Biofeedback wurde 1969 geprägt. Er griff die Idee der Rückkopplung auf, die während des Zweiten Weltkriegs in der Kybernetik ausgearbeitet worden war. Den Anstoß gaben Tierversuche des Forschers Neal Miller an der Yale-Universität. Er wollte zeigen, dass sich auch unwillkürliche Körperfunktionen gezielt trainieren lassen. Bis dahin nahm man an, sie ließen sich nur über Reflexe verändern.
Wie läuft eine Sitzung ab?
Zu Beginn werden Sensoren oder Elektroden auf die Haut geklebt. Sie erfassen etwa die Muskelspannung, den Puls oder den Hautleitwert, der steigt, wenn man bei Aufregung mehr schwitzt. Auf dem Bildschirm ist dann zu sehen, wie sich die Werte bei An- und Entspannung verändern.
Mit Muskelentspannung oder bestimmten Gedanken versuchen Übende, die Anzeige in die gewünschte Richtung zu lenken. Mit einiger Übung gelingt es oft, zum Beispiel die Hauttemperatur willentlich zu verändern. Das Gesundheitsportal betont, dass Biofeedback so das Bewusstsein für das eigene Körperempfinden fördert. Die Technik muss über viele Sitzungen eingeübt werden. Nach Anleitung ist sie auch mit einem tragbaren Gerät zu Hause möglich.
Welche Formen gibt es?
Je nach Messwert unterscheiden Fachleute verschiedene Formen. Beim Biofeedback der Herzfrequenzvariabilität wird der Herzschlag aufgezeichnet. Beim Neurofeedback werden die Hirnströme gemessen. Bei Beckenbodenproblemen wird die Spannung der Beckenbodenmuskulatur über Hautelektroden oder über Sonden in der Scheide oder im After erfasst.
Wobei wird Biofeedback eingesetzt?
Typische Einsatzgebiete sind Schmerzen einschließlich Kopfschmerzen, Stress, Angstzustände, Schlaflosigkeit und Beckenbodenprobleme wie Harninkontinenz. Wie gut es hilft, ist je nach Beschwerde unterschiedlich untersucht.
Bei Migräne deutet eine Zusammenfassung von Studien an, dass Biofeedback zur Vorbeugung hilfreich sein könnte. Bei Kindern und Jugendlichen mit Migräne können kognitive Verhaltenstherapie, Biofeedback oder Entspannungstechniken die Häufigkeit und Stärke der Kopfschmerzen laut einer Auswertung etwas verringern. Für Spannungskopfschmerzen nennt das IQWiG Biofeedback nach Anleitung als eine Möglichkeit zur Vorbeugung.
Bei Belastungsinkontinenz kann Biofeedback ergänzend zum Beckenbodentraining helfen, die Beschwerden zu verbessern. Betroffene spüren dabei Schwachstellen ihrer Beckenbodenmuskulatur und können gezielt daran arbeiten. Beim Reizdarm konnten Studien dagegen bisher nicht zeigen, dass Biofeedback wirkt.
Wo liegen die Grenzen?
Biofeedback ist ein Lernverfahren und braucht regelmäßiges Üben über längere Zeit. Bei gesundheitlichen Beschwerden rät das Gesundheitsportal, in jedem Fall ärztlichen Rat einzuholen, und bei Kursen oder Beratungen auf die Qualifikation zu achten. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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