Was ist NLP?
NLP ist ein Ansatz, der verstehen und beeinflussen will, wie Menschen denken, kommunizieren und sich verhalten. Eine einheitliche Definition gibt es laut einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit nicht. Die verschiedenen Spielarten teilen aber einige Grundannahmen. Die US-amerikanische Medizinbibliothek beschreibt NLP als Modelle darüber, wie Kommunikation das subjektive Erleben prägt und umgekehrt.
Der Name verweist laut dem Deutschen Verband für NLP auf das Zusammenspiel von körperlichen Zuständen („neuro“), Sprache („linguistisch“) und persönlichen Denk- und Verhaltensmustern, die als „Programme“ verstanden werden.
Woher kommt NLP?
NLP geht auf Richard Bandler und John Grinder zurück. Nach der Darstellung des Deutschen Verbands für NLP, der Grinder als Sprachwissenschaftler beschreibt, wollten beide Anfang der 1970er-Jahre herausfinden, warum Therapeut:innen wie Virginia Satir, Milton Erickson und Fritz Perls so erfolgreich arbeiteten. Aus ihren Beobachtungen leiteten sie Modelle und Techniken ab.
Anfangs wurde NLP als psychotherapeutische Technik beworben und wissenschaftlich untersucht. Mit Büchern für den Markt verlagerte es sich laut einer Übersichtsarbeit in den 1980er-Jahren zunehmend aus der Wissenschaft in den kommerziellen Bereich. Nach Österreich kam NLP Anfang der 1980er-Jahre.
Wie arbeitet NLP?
NLP geht davon aus, dass Menschen die Welt innerlich bevorzugt über einen Sinneskanal abbilden, etwa über Bilder, Klänge oder Körperempfindungen. Dieser bevorzugte Kanal soll sich an der Wortwahl und an Augenbewegungen zeigen. Die zentrale Annahme lautet, dass Kommunikation wirksamer wird, wenn sie zu diesem Kanal passt.
Darauf bauen typische Techniken auf. Dazu zählen der Aufbau eines guten Kontakts („Rapport“), das Nachbilden erfolgreicher Strategien anderer Menschen („Modellieren“) und klar formulierte Ziele. Das „Ankern“ beschreibt die Übersichtsarbeit als eine Form der Konditionierung. Beim „Reframing“, englisch für „Umrahmen“, sollen sich laut dem Verband über veränderte Sichtweisen und Glaubenssätze auch Gefühle und Verhalten ändern.
Wo wird NLP eingesetzt?
NLP wird in der persönlichen Entwicklung, im Managementtraining und auch im Gesundheitswesen genutzt. In der Wirtschaft gilt es laut einer Übersichtsarbeit als Methode, um andere zu beeinflussen. Ausbildungsstufen wie „Practitioner“ und „Master Practitioner“ vergeben private Verbände und Institute.
In Österreich zählt die Wirtschaftskammer NLP zu den Ansätzen, aus denen sich Methoden der Lebens- und Sozialberatung entwickelt haben. Wer Menschen gewerblich bei persönlichen, beruflichen oder Beziehungsproblemen berät, braucht dafür eine Gewerbeberechtigung.
Ist NLP eine Psychotherapie?
Nein, NLP ist in Österreich keine anerkannte Psychotherapiemethode. Wer NLP in Beratung oder Coaching anbietet, übt damit keinen Gesundheitsberuf aus. Psychotherapie dürfen berufsmäßig nur Personen ausüben, die in die Berufsliste Psychotherapie eingetragen sind. Die Lebens- und Sozialberatung schließt Psychotherapie ausdrücklich aus.
Davon zu unterscheiden ist die Neuro-Linguistische Psychotherapie (NLPt). Sie ist aus dem NLP hervorgegangen, in Österreich aber eine eigene, anerkannte Psychotherapiemethode der systemischen Richtung. Anbieten dürfen sie nur eingetragene Psychotherapeut:innen.
Was weiß man über die Wirkung?
Für einen gesundheitlichen Nutzen von NLP gibt es kaum Belege. Eine systematische Übersichtsarbeit fand 2012 nur zehn verwertbare Studien, etwa zu Angststörungen, Gewichtskontrolle und Suchtproblemen. Ihre Qualität war gering. Die Autor:innen betonen, dass das vor allem an fehlender Forschung liegt und nicht beweist, dass NLP sicher wirkungslos ist.
Einzelne Grundannahmen wurden dagegen gezielt überprüft. Studien der 1980er-Jahre konnten den behaupteten Zusammenhang zwischen Augenbewegungen und Denkweise nicht bestätigen. Auch die verbreitete Idee, Lügen an der Blickrichtung zu erkennen, fand in Experimenten keine Stütze. Bei psychischen Beschwerden kann die Hausärztin oder der Hausarzt eine erste Anlaufstelle sein und bei Bedarf weiterverweisen.