Ein Mandala ist eine meist kreis- oder viereckförmige Darstellung, die in indischen Religionen als Hilfe zur Meditation dient. Im tantrischen Buddhismus stellt es den Palast einer Gottheit dar. Heute werden Mandalas auch ausgemalt, etwa im Spital gegen Angst und Stress, die Studien dazu sind aber schwach.
Was ist ein Mandala?
Das Wort kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Kreis. Laut dem Wörterbuch von Monier-Williams kann es auch eine Scheibe, einen Bezirk oder eine Gruppe bezeichnen. Selbst die zehn Bücher des Rigveda, einer alten indischen Sammlung heiliger Hymnen, heißen Mandalas.
Welche Bedeutung hat das Mandala im Buddhismus?
Im tantrischen Buddhismus, dem Vajrayana, gilt das Mandala als Wohnort einer Gottheit im Kosmos. Meist zeigt es einen Kreis mit einem eingeschriebenen Quadrat. Darin thront die Gottheit in ihrem Palast, umgeben von ihrem Gefolge. Mandalas können gemalt, als dreidimensionale Modelle gebaut oder als Tempel gestaltet sein.
Wie ein Mandala entsteht und wie es in der Vorstellung aufgebaut wird, beschreiben Ritualtexte. Verwendet wird es bei Einweihungen und in der Meditation, in der Übende sich die Gottheit vorstellen. Ein ähnliches Konzept im Hinduismus ist das Yantra.
Was hat C. G. Jung damit zu tun?
Der Psychiater C. G. Jung schrieb ausführlich über das Mandala als Ursymbol, das in vielen Kulturen vorkommt. Er war überzeugt, dass das Zeichnen von Mandalas innere Zerrissenheit ausgleichen und die Persönlichkeit zusammenhalten kann. Der Duden nennt auch eine psychologische Bedeutung: ein Traumbild oder ein Bild von Patient:innen als Symbol der Selbstfindung.
Hilft das Ausmalen von Mandalas?
Zwei Übersichtsarbeiten aus dem Jahr 2026 deuten auf weniger Angst hin, doch die Beweislage ist schwach. Bei Erwachsenen im Spital verringerte das Ausmalen Angst und Stress, für Schmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit ließ sich keine Wirkung nachweisen. Bei Menschen ab 55 Jahren, die Mandalas ausmalten oder zeichneten, fanden sich weniger Angst und depressive Beschwerden, die Vertrauenswürdigkeit dieser Ergebnisse war aber sehr gering. Die Autor:innen dieser Übersicht betonen, dass Mandalas Psychotherapie, Medikamente oder andere bewährte Behandlungen nicht ersetzen.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.