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Dynamische Psychotherapie

02:25

Auf den Punkt gebracht

Dynamische Psychotherapie ist eine Bezeichnung für Psychotherapien, die aus der Psychoanalyse hervorgegangen sind. „Dynamisch“ bezieht sich auf seelische Kräfte wie Beweggründe und Triebe, die nach diesem Verständnis zum Teil unbewusst wirken. In der Forschungsliteratur wird der Ausdruck weitgehend gleichbedeutend mit psychodynamischer Psychotherapie verwendet.

Was bedeutet „dynamisch“ hier?

Das Wort geht auf das griechische dýnamis zurück, das „Kraft“ oder „Vermögen“ bedeutet. In der Psychotherapie steht es für eine bestimmte Sicht auf den Menschen. Psychodynamische Ansätze verstehen Erleben und Verhalten als Antwort auf innere Kräfte, die einem Menschen oft nicht bewusst sind. Ihr Anliegen ist es, dieses Unbewusste zu verstehen und ihm eine Bedeutung zu geben.

Die Wurzeln dieser Sichtweise liegen in der Psychoanalyse, die der Wiener Neurologe Sigmund Freud begründete.

Ist dynamische Psychotherapie eine eigene Methode?

In Österreich gibt es keine anerkannte Psychotherapiemethode mit diesem Namen. In der Forschung werden Studien zur „dynamischen Psychotherapie“ zu den psychodynamischen Therapien gezählt, etwa Studien zur kurzen dynamischen Psychotherapie bei Depression. Was diese Behandlungen ausmacht und wie sie ablaufen, erklärt der Glossarbegriff „Psychodynamische Psychotherapie“.

Leicht zu verwechseln ist der Ausdruck mit der Dynamischen Gruppenpsychotherapie. Sie ist in Österreich eine anerkannte Methode der psychoanalytisch-psychodynamischen Ausrichtung. Entwickelt hat sie ab den 1950er-Jahren der Wiener Psychiater Raoul Schindler (1923–2014). Sie verbindet tiefenpsychologische Denkmodelle mit Wissen über Gruppen und wird heute auch mit Einzelnen, Paaren und Familien angewandt.

Wer arbeitet in Österreich psychodynamisch?

Psychodynamisch arbeiten Psychotherapeut:innen, die in einer Methode der psychoanalytisch-psychodynamischen Ausrichtung ausgebildet und in der Berufsliste Psychotherapie eingetragen sind. Für einen Kostenzuschuss der Sozialversicherung braucht es in der Regel eine krankheitswertige psychische Störung und eine ärztliche Bestätigung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (8)