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Bewegungstherapie und Mobilisation

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Auf den Punkt gebracht

Bewegungstherapie ist der Kern der Physiotherapie: Mit gezielten, wiederholten Übungen sollen Beweglichkeit, Kraft und Koordination verbessert oder erhalten werden. Mobilisation meint zum einen das behutsame Bewegen eingeschränkter Gelenke durch Therapeut:innen, zum anderen, Menschen nach einer Operation oder längerem Liegen wieder in Bewegung zu bringen. Besonders gut untersucht ist Bewegungstherapie bei chronischen Rückenschmerzen.

Was ist Bewegungstherapie?

Bewegungstherapie ist eine physiotherapeutische Behandlung, die mit wiederholter aktiver oder passiver Bewegung arbeitet. Bei aktiven Übungen trainieren Patient:innen nach Anleitung selbst Beweglichkeit, Koordination und Muskelkraft. Bei passiven Übungen bewegt die Therapeutin oder der Therapeut Arme oder Beine. Das kann steife Gelenke beweglicher machen und aktive Übungen vorbereiten, solange ein Körperteil noch nicht belastet werden darf.

Als ältere Bezeichnungen nennt das österreichische Gesundheitsportal Heilgymnastik und Krankengymnastik. Eingesetzt wird Bewegungstherapie laut Gesundheitsportal bei allen Krankheitsbildern, etwa bei Beschwerden des Bewegungsapparats, nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall und in der Psychosomatik.

Was bedeutet Mobilisation?

In der Medizin bezeichnet Mobilisation Maßnahmen, die die Bewegungsfähigkeit von Menschen oder einzelnen Körperteilen fördern, erhalten oder wiederherstellen. Das Wort geht über das Französische auf das lateinische „mobilis“ für „beweglich“ zurück.

In der manuellen Therapie wird ein Gelenk langsam innerhalb seiner Bewegungsgrenzen bewegt, um etwa nach einer Blockade wieder mehr Spielraum zu gewinnen. Bei einer Manipulation wird das Gelenk dagegen mit kleinen, ruckartigen Bewegungen über diese Grenzen hinaus gedehnt.

Im Krankenhaus heißt Mobilisation auch, bettlägerige oder frisch operierte Menschen wieder zu aktivieren, etwa mit Bewegungsübungen, Gehhilfen oder Unterstützung beim Gehen. Das soll Beweglichkeit und Selbstständigkeit zurückbringen und Komplikationen wie Thrombosen oder Lungenentzündungen vorbeugen. Nach einem Gelenkersatz kann das schon am Tag der Operation oder am Tag danach beginnen.

Wie läuft eine Behandlung ab?

Am Anfang stehen ein Gespräch über die Krankengeschichte und eine Untersuchung, die auch zeigt, ob weitere medizinische Abklärungen nötig sind. Geübt wird je nach Ziel mit Kräftigungs- und Dehnübungen, Gleichgewichtstraining und Alltagsbewegungen wie Gehen, Stiegensteigen oder Aufstehen, oft mit Therapiebändern, Bällen oder Gewichten.

Die Termine dienen vor allem dazu, Übungen zu lernen, die danach regelmäßig zu Hause weitergeführt werden.

Was ist über die Wirkung bekannt?

Bei chronischen Rückenschmerzen sind Bewegungstherapien mit über 200 Studien die am besten untersuchte Behandlung. Laut einer Cochrane-Übersicht aus 2021 lindern Übungen die Schmerzen wahrscheinlich spürbar, während die Einschränkungen im Alltag nur wenig abnehmen. Bei akuten Rückenschmerzen, die seit weniger als sechs Wochen bestehen, lassen die Beschwerden mit gezielten Übungen eher nicht schneller nach.

Bei der Mobilisation der Wirbelsäule gehen die Einschätzungen auseinander. Das Gesundheitsportal schreibt Manualtherapie und Mobilisation eine schmerzlindernde Wirkung zu und nennt sie in Kombination mit Bewegungstherapie vor allem bei chronischen Rückenschmerzen. Das deutsche Institut IQWiG sieht dagegen nur wenige Studien und hält passive Behandlungen allenfalls kurzfristig für hilfreich und nur als Ergänzung geeignet.

Bewegungstherapie kann Muskelkater verursachen oder Schmerzen vorübergehend verstärken. Nach manuellen Therapien sind auch kurzfristige Gelenksteifigkeit oder Krämpfe möglich. Ernsthafte Komplikationen wie Knochenbrüche oder Lähmungen sind bei ruckartigen Manipulationen sehr selten, können aber etwa bei Osteoporose oder einem Bandscheibenvorfall auftreten.

Welche verwandten Begriffe gibt es?

Wie Übungen ganze Alltagsabläufe trainieren, beschreibt der Begriff „Funktionelle Bewegungstherapie“, Behandlungen bei Gelenk- und Muskelbeschwerden der Begriff „Orthopädische Physiotherapie“. Die „Konzentrative Bewegungstherapie“ ist trotz ähnlichen Namens eine psychotherapeutische Methode.

Wer bietet Bewegungstherapie in Österreich an?

Bewegungstherapie gehört zum Berufsbild der Physiotherapeut:innen, die im Krankenhaus, in der Rehabilitation oder in eigenen Praxen arbeiten. Bei der Behandlung von Erkrankungen arbeiten sie laut MTD-Gesetz 2024 nach ärztlicher Anordnung, in Gesundheitsförderung und Vorbeugung auch ohne. Für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse braucht es in der Regel eine ärztliche Verordnung.

Wann braucht es zuerst eine ärztliche Abklärung?

Bestimmte Warnzeichen gehören rasch ärztlich abgeklärt. Dazu zählen bei Rückenschmerzen Taubheit oder Lähmungserscheinungen im Bein, Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang, Taubheit im Gesäß- oder Genitalbereich, Fieber, unerklärlicher Gewichtsverlust oder eine frühere Krebserkrankung sowie Schmerzen nach einem Unfall. Starke Beschwerden oder Lähmungen im Bein sollten sofort abgeklärt werden. Physiotherapeut:innen sind gesetzlich verpflichtet, ärztliche Hilfe beizuziehen, wenn der Gesundheitszustand das erfordert.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (18)