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Konzentrative Bewegungstherapie

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Auf den Punkt gebracht

Die Konzentrative Bewegungstherapie, kurz KBT, ist eine körperorientierte Psychotherapiemethode auf tiefenpsychologischer Grundlage. Über die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers, über Bewegung, Gegenstände und das Gespräch sollen Erfahrungen aus der Lebensgeschichte erlebbar und besprechbar werden. In Österreich ist sie seit 2001 als eigenständige psychotherapeutische Methode anerkannt.

Was ist Konzentrative Bewegungstherapie?

Die KBT geht davon aus, dass sich Wahrnehmung aus Sinnesempfindung und Erfahrung zusammensetzt. Deshalb setzt sie bei der bewussten Körperwahrnehmung im Hier und Jetzt an, vor dem Hintergrund der eigenen Lebens- und Lerngeschichte. Der Körper gilt als Ort des psychischen Geschehens.

Was jemand mit dem Körper wahrnimmt und ausdrückt, versteht die KBT als symbolisierte Erfahrung, also als Spur der Lebensgeschichte. Auf diese Weise sollen sowohl Störungen und Schwächen als auch gesunde Anteile und Stärken sichtbar werden. „Konzentrativ“ meint laut dem deutschen Fachverband die Fähigkeit, eine Aufgabe ganz anzunehmen und mit ihr in Kontakt zu sein.

Woher kommt die KBT?

Die KBT bezieht sich vor allem auf drei Strömungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Phänomenologie und Existenzphilosophie, wahrnehmungsorientierte Körperarbeit und tiefenpsychologische Theorien. Eine Wurzel liegt bei Elsa Gindler aus der Gymnastikbewegung der 1920er-Jahre. Ihre Schüler:innen sollten Bewegungen wahrnehmen und spüren, statt sie mechanisch nach einem Leistungs- oder Schönheitsideal auszuführen.

Gindlers Schülerin Gertrud Heller setzte diese Arbeit bei psychisch Kranken ein. Der Münchner Arzt und Psychoanalytiker Helmuth Stolze erprobte sie im klinischen Bereich und gab ihr 1958 den Namen „Konzentrative Bewegungstherapie“. In Österreich wurde 1980 der Österreichische Arbeitskreis für Konzentrative Bewegungstherapie gegründet. Im April 2001 erkannte das zuständige Bundesministerium die KBT als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren an.

Wie läuft eine KBT ab?

Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut macht Angebote zu Wahrnehmung, Bewegung und Handlung. Dabei geht es etwa um den eigenen Körper in Ruhe und Bewegung oder um die Wahrnehmung von Boden, Raum und Gegenständen. Häufig kommen Objekte wie Bälle, Stäbe, Tücher oder Naturmaterialien zum Einsatz, die neben der realen auch eine symbolische Bedeutung bekommen können.

Ebenso wichtig ist das Gespräch, in dem das Erlebte ausgesprochen, in seiner Bedeutung reflektiert und durch Einfälle vertieft wird. Erinnerungen, die sich in Haltung, Bewegung und Verhalten zeigen, können bis in die Zeit vor dem Spracherwerb zurückreichen. So können neue Möglichkeiten im Umgang mit sich und anderen entwickelt und erprobt werden.

Die KBT hat eine lange Tradition als Gruppenpsychotherapie, heute wird sie aber vor allem als Einzeltherapie angeboten. Viele Psychotherapeut:innen arbeiten auch mit Paaren, und es gibt Angebote für Kinder und Jugendliche.

Was unterscheidet die KBT von anderen körperorientierten Ansätzen?

„Körperorientierter Ansatz“ ist ein Sammelbegriff für Verfahren, die den Körper bewusst einbeziehen. Die KBT ist dagegen eine eigene, in Österreich anerkannte Psychotherapiemethode der psychoanalytisch-psychodynamischen Ausrichtung. Im Mittelpunkt stehen nicht Leistung oder schöne Bewegungen, sondern Wahrnehmen und Verstehen. Mehr dazu steht im Glossarbegriff „Körperorientierter Ansatz“.

Wer bietet KBT in Österreich an?

Die KBT bieten Psychotherapeut:innen an, die in der Methode ausgebildet und in der Berufsliste Psychotherapie eingetragen sind. In deren öffentlicher Suche lässt sich die Methode gezielt auswählen. Für einen Kostenzuschuss der Sozialversicherung braucht es in der Regel eine krankheitswertige psychische Störung und eine ärztliche Bestätigung.

Wo liegen die Grenzen?

Zur KBT lagen einer älteren Übersicht zufolge nur wenige Studien vor. Drei davon deuteten auf mehr Wohlbefinden und Selbstbewusstsein hin. In einer deutschen Klinikstudie mit 34 Patient:innen blieb ein verbessertes Körpererleben zwei Jahre nach der Behandlung stabil. Die KBT war dort jedoch nur ein Teil einer umfassenderen stationären Therapie. Für körperorientierte Verfahren insgesamt mahnt eine Übersichtsarbeit von 2021, mögliche Nebenwirkungen, etwa bei Traumafolgen, nicht zu vernachlässigen.

Ob eine Methode im Einzelfall hilft, lässt sich laut Gesundheitsministerium nur im persönlichen Gespräch klären. Weil seelische Beschwerden auch körperliche Ursachen haben können, gehört eine medizinische Abklärung dazu.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (9)