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Tiergestützte Therapie

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Auf den Punkt gebracht

Bei der tiergestützten Therapie bezieht eine Fachperson aus einem Gesundheits-, Sozial- oder Bildungsberuf ein Tier geplant und gezielt in ihre Behandlung ein. Nach internationalen Leitlinien kommen nur Haus- und Nutztiere infrage, etwa Hunde, Katzen, Pferde oder Meerschweinchen. Studien deuten auf Vorteile bei seelischen Beschwerden hin, sind aber oft klein und methodisch schwach.

Was ist tiergestützte Therapie?

Tiergestützte Therapie ist eine zielgerichtete, geplante und strukturierte Behandlung, in der ein Tier eine feste Rolle hat. So beschreibt es die internationale Fachvereinigung IAHAIO. Geleitet wird sie von Fachkräften mit abgeschlossener Ausbildung, die im Rahmen ihres eigenen Berufs arbeiten. Ziel ist, körperliche, geistige, soziale oder emotionale Fähigkeiten eines Menschen zu verbessern. Die Fortschritte werden gemessen und dokumentiert.

Davon unterscheidet die IAHAIO andere Formen. Bei tiergestützten Aktivitäten besuchen etwa Mensch-Tier-Teams Pflegeheime, um Freude und Abwechslung zu bringen. In der tiergestützten Pädagogik arbeiten Lehrkräfte mit Tieren, zum Beispiel beim Lesen mit einem Hund. Daneben gibt es tiergestütztes Coaching, siehe „Pferdegestütztes Coaching“. Seit 2024 empfiehlt die IAHAIO den Oberbegriff „Animal-Assisted Services“ mit den Bereichen Behandlung, Bildung und Unterstützungsangebote.

Welche Tiere kommen infrage?

Nach den Leitlinien der IAHAIO kommen nur domestizierte Tiere infrage, etwa Hunde, Katzen, Pferde, Nutztiere, Meerschweinchen oder Vögel. Sie müssen an Menschen gewöhnt und mit freundlichen Methoden wie Belohnung ausgebildet sein. Fachleute für Tierverhalten sollen Wesen und Eignung prüfen, Tierärzt:innen die Gesundheit.

Wild- und Exotentiere wie Delfine sind ausdrücklich ausgeschlossen. Als Gründe nennt die IAHAIO hohe Risiken durch Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übergehen, und Fragen des Tierwohls. Das Tier gilt dabei nicht als Werkzeug, sondern als Lebewesen, für dessen Wohl die Fachkraft verantwortlich ist.

Was ist ein Therapiebegleithund?

In Österreich ist der Therapiebegleithund seit 2015 im Bundesbehindertengesetz geregelt. Er wird gemeinsam mit seiner Halterin oder seinem Halter für die therapeutische Arbeit ausgebildet und geprüft. Er soll das Erleben und Verhalten von Menschen mit Behinderung positiv beeinflussen und ist durch seine Anwesenheit Teil des therapeutischen Konzepts. Die Bezeichnung setzt eine positive Beurteilung durch Sachverständige voraus.

Die Beurteilung führt das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien durch, und sie muss jedes Jahr wiederholt werden. Anders als ein Assistenzhund lebt ein Therapiebegleithund nicht dauerhaft bei einem Menschen mit Behinderung. Er begleitet seine Halterin oder seinen Halter zu Einsätzen. Halter:innen müssen unter anderem für Pausen, Freizeit und regelmäßige Gesundheitskontrollen des Hundes sorgen.

Was sagt die Forschung?

Eine Auswertung von 35 randomisierten Studien mit rund 2.400 Erwachsenen fand nach der Behandlung weniger Depression, Angst und Stress. Die Ergebnisse schwankten aber stark zwischen den Studien, auf Schmerzen und das Gehen zeigte sich kein nennenswerter Effekt. Bei Menschen mit Demenz gibt es laut einer Übersicht aus dem Jahr 2026 zu tiergestützten Angeboten aller Art mäßig sichere Hinweise auf weniger depressive Beschwerden. Für Unruhe, Lebensqualität, geistige Fähigkeiten und Alltagsfertigkeiten ließ sich kein Nutzen belegen.

Bei Schulkindern fand eine Übersichtsarbeit zu tiergestützten Angeboten aller Art günstige Effekte auf Verhalten und soziale und emotionale Fähigkeiten. Alle 30 einbezogenen Studien hatten jedoch Schwächen im Aufbau und ein hohes Risiko für verzerrte Ergebnisse.

Worauf ist zu achten?

Vor dem Einsatz eines Tieres ist zu klären, ob eine Allergie gegen die Tierart besteht. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist das Infektionsrisiko höher, und Tiere müssen dort unter Umständen auf bestimmte Erreger untersucht werden. Manche Menschen lehnen bestimmte Tiere auch aus religiösen, kulturellen oder persönlichen Gründen ab. Dann sollen Fachkräfte Alternativen besprechen. Während der Einheiten sollen Teilnehmende laut IAHAIO immer beaufsichtigt werden, damit weder Mensch noch Tier zu Schaden kommen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (7)