Pferdegestütztes Coaching ist ein Coaching, in das ein Pferd gezielt einbezogen wird. Es soll persönliche Entwicklung, Gruppenprozesse oder soziale Fähigkeiten fördern. Es ist keine Therapie und ersetzt keine Behandlung.
Was ist pferdegestütztes Coaching?
Pferdegestütztes Coaching zählt zu den tiergestützten Angeboten, bei denen Tiere geplant und zielgerichtet einbezogen werden. Die internationale Fachvereinigung IAHAIO hat tiergestütztes Coaching 2018 als eigene Form beschrieben, geleitet von ausgebildeten Coaches.
In einem untersuchten Programm für Führungskräfte führten die Teilnehmenden etwa Pferde und versuchten, deren Vertrauen zu gewinnen. Die Studie beschreibt das Pferd als Gegenüber ohne Worte, dessen Reaktionen unmittelbar Rückmeldung geben.
Wie unterscheidet es sich von Therapie mit dem Pferd?
Das Österreichische Kuratorium für Therapeutisches Reiten fasst unter pferdegestützten Interventionen Therapie, Förderung und auch Coaching zusammen. Die Hippotherapie ist dort eine ärztlich verordnete physiotherapeutische Maßnahme. Coaching stellt dagegen laut Wirtschaftskammer weder Diagnosen noch behandelt es. Ein US-Konsenspapier ordnet pferdegestützte Angebote zur persönlichen und beruflichen Entwicklung dem Lernen zu, nicht der Therapie.
Wer bietet es in Österreich an?
Die Bezeichnung „Coach“ ist in Österreich nicht geschützt, die selbstständige Ausübung ist aber ein Gewerbe, je nach Ausrichtung Lebens- und Sozialberatung oder Unternehmensberatung. Coaching zählt nicht zu den Gesundheitsberufen.
Was weiß man über die Wirkung?
Eine kontrollierte Studie zu pferdegestütztem Coaching findet sich in PubMed nicht. In einer kleinen niederländischen Studie mit elf ehemals inhaftierten Männern zeigte die Gruppe nach zwölf Wochen keine statistisch bedeutsamen Veränderungen bei Ärgerregulation und Lebensqualität. Bei einzelnen Teilnehmern nahm die Wahrnehmung körperlicher Ärgersignale messbar zu, bei anderen nahm sie ab. Eine Befragung von acht Führungskräften berichtet von mehr Selbstwahrnehmung, ist aber klein und nur begrenzt übertragbar.
Worauf ist zu achten?
Wer mit den Pferden umgeht, muss laut IAHAIO-Leitlinien Anzeichen von Stress, Unbehagen und Schmerz erkennen, auch um Risiken zwischen Mensch und Pferd zu verringern. Die Pferde brauchen Pausen, freie Bewegung und Kontakt zu Artgenossen. Fachleute warnen außerdem davor, ihr Verhalten vorschnell mit menschlichen Gedanken und Gefühlen zu deuten. Für die Teilnehmenden verlangt die IAHAIO eigene Sicherheitsvorkehrungen, etwa die Abklärung einer Allergie gegen Pferde.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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