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Tibetische Massage

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Auf den Punkt gebracht

Die traditionelle tibetische Medizin kennt eine eigene Massage mit Öl, auf Tibetisch bsku mnye. In Österreich ist sie unter dem Namen „Tibetische Jamche-Kunye Praktik“ als eigener Bereich des Massagegewerbes geregelt, mit mehrjähriger Ausbildung. Studien zu ihrer Wirkung ließen sich bisher nicht finden.

Was ist tibetische Massage?

Tibetische Massage ist Teil der traditionellen tibetischen Medizin, auf Tibetisch Sowa Rigpa. Ihr wichtigster Lehrtext sind die „Vier Tantras“. Zentral ist darin die Lehre von drei Grundkräften des Körpers, den Nyes-pa. Übersetzt werden sie oft als Wind, Galle und Schleim, wörtlich gemeint ist das aber nicht.

In der tibetischen Medizin werden äußere Behandlungen in milde, raue und drastische eingeteilt. Massagen und Anwendungen mit Öl zählen zu den milden Verfahren, ebenso warme Umschläge und Heilbäder. Moxibustion und Aderlass gelten dagegen als raue Verfahren.

Wie läuft eine tibetische Massage ab?

Ein indischer Hochschullehrplan für tibetische Medizin übersetzt den Fachbegriff bsku mnye ins Englische mit „Anointing and Massage“, also Einreiben und Massieren. Zu dieser Behandlung gehören nach dem Lehrplan Heilöle, Handgriffe, Druck auf bestimmte Punkte und gezielte Körperbewegungen. Sie soll nach tibetischer Lehre die drei Grundkräfte ins Gleichgewicht bringen. Angewendet wird sie am ganzen Körper oder an einzelnen Körperteilen.

Wer bietet tibetische Massage in Österreich an?

Die österreichische Massage-Verordnung führt die „Tibetische Jamche-Kunye Praktik“ als eigenes System neben Shiatsu, Ayurveda und Tuina. Die Ausbildung umfasst mindestens 785 Stunden über drei Jahre. Dazu kommen mindestens 150 dokumentierte Anwendungen, davon 50 unter Aufsicht. Gelehrt werden unter anderem Anatomie, Erste Hilfe, die rechtliche Abgrenzung zu den Gesundheitsberufen und eine Einführung in die buddhistische Meditation.

Wo liegen die Grenzen?

In der medizinischen Fachliteratur ließen sich keine Studien zur Wirkung der tibetischen Ölmassage finden. Für Massagen allgemein gilt, dass bei erhöhter Blutungsneigung Blutergüsse entstehen können. Knochen mit Osteoporose oder mit Absiedelungen einer Krebserkrankung dürfen nicht direkt gedrückt werden. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (5)