Was ist Moxibustion?
Moxibustion, auch Moxa-Therapie oder Moxen genannt, ist ein altes Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Statt mit Nadeln oder zusätzlich dazu werden Akupunkturpunkte mit Hitze angeregt. Die Wärme soll nach dieser Vorstellung über die Punkte in den Körper dringen, Feuchtigkeit und Kälte vertreiben und die Lebensenergie Qi aktivieren.
Das Wort kam aus dem Englischen ins Deutsche. Es verbindet „Moxa“ mit dem spätlateinischen „combustio“ für das Verbrennen. Moxa bezeichnet Beifußwolle, die in Ostasien, besonders in Japan, für solche Verfahren verwendet wird, das Wort selbst stammt aus dem Japanischen.
Wie läuft eine Moxibustion ab?
Unterschieden wird zwischen direkter und indirekter Moxibustion, je nachdem, ob das Moxa die Haut berührt. Bei der direkten Form wird ein kleiner Moxakegel auf die Haut gesetzt und angezündet. Bei der indirekten Form bleibt der Kegel oder ein Moxastab in einigem Abstand zur Haut. Dazwischen kann Luft sein oder eine Schicht etwa aus Knoblauch, Ingwer oder Salz.
In der traditionellen Form galten kleine Verbrennungen, Eiterungen und Narben während der Behandlung als normal. Diese sogenannte Narben-Moxibustion wird laut einer Übersichtsarbeit auch heute noch angewendet.
Was sagt die Forschung?
Für Moxibustion liegen laut österreichischem Gesundheitsportal derzeit keine verlässlichen Wirkungsnachweise vor. Am besten untersucht ist sie bei einer Steißlage des Kindes gegen Ende der Schwangerschaft, und dort fällt das Urteil etwas günstiger aus. Dabei wird ein Punkt an der Spitze der kleinen Zehe erwärmt, damit sich das Kind in die Kopflage dreht.
Eine Cochrane-Übersicht von 2023 mit 13 Studien und 2181 Frauen fand Folgendes: Zusätzlich zur üblichen Betreuung verringert Moxibustion wahrscheinlich etwas den Anteil der Kinder, die bei der Geburt nicht mit dem Kopf voran liegen. Auf die Zahl der Kaiserschnitte hat sie aber wahrscheinlich kaum oder keinen Einfluss. Unerwünschte Wirkungen wurden in den meisten Studien nur unzureichend erfasst.
Welche Risiken gibt es?
Die häufigste berichtete Gefahr sind Verbrennungen durch die hohe Temperatur der brennenden Moxa. Eine Übersichtsarbeit von 2014 wertete 64 Fälle aus 24 Fallberichten aus, 43 davon betrafen Verbrennungen. Betroffen waren vor allem Neugeborene, Kinder und Menschen mit Störungen des Hautgefühls. Folgen waren Schmerzen, Blasen, Geschwüre und Infektionen, nach direkter Moxibustion auch bleibende, entstellende Narben. Als sicherer Abstand bei der indirekten Form gelten laut dieser Arbeit etwa drei bis vier Zentimeter.
Beschrieben sind außerdem örtliche allergische Hautreaktionen. Auch der Rauch kann belasten: Ein Fall einer Allergie am ganzen Körper trat nach viel Rauch in einem geschlossenen Raum auf. Behandelnde in chinesischen Spitälern hatten in einer Befragung häufiger eine chronische Kehlkopfentzündung.
Bei der Behandlung einer Steißlage berichtet dieselbe Übersicht über zwei Fälle, in denen das Kind nach einer selbst durchgeführten Moxibustion starb, einmal nach einer Gefährdung im Mutterleib, einmal nach einer Frühgeburt. Ob die Moxibustion die Ursache war, blieb in beiden Fällen offen. Die genaue Ursache der meisten berichteten Zwischenfälle ließ sich nicht klären.
Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten. Das gilt laut Gesundheitsministerium auch, wenn dafür komplementärmedizinische Methoden eingesetzt werden.