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Psoriasis

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Auf den Punkt gebracht

Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronische entzündliche Erkrankung, die sich vor allem durch gerötete, schuppende Hautstellen zeigt. Sie ist nicht ansteckend, verläuft meist in Schüben und ist bisher nicht heilbar. Mit Hautpflege, Medikamenten und Lichttherapie lassen sich die Beschwerden aber kontrollieren und eindämmen.

Was ist Psoriasis?

Bei Psoriasis ist das Immunsystem überaktiv und setzt vermehrt Botenstoffe frei, die Entzündungen auslösen. Dadurch teilen sich die hornbildenden Zellen der obersten Hautschicht fast zehnmal so schnell wie normal. Die abgestorbenen Zellen werden nicht rasch genug abgestoßen, die Haut verdickt sich und schuppt stark.

Das Wort geht auf das griechische „psṓra“ für Krätze zurück, ansteckend ist Psoriasis aber nicht. In Europa sind etwa 2 von 100 Menschen betroffen, Frauen und Männer ähnlich oft. Psoriasis beginnt häufig vor dem 40. Lebensjahr, kann aber in jedem Alter auftreten.

Woran erkennt man Psoriasis?

Die weitaus häufigste Form ist die Psoriasis vulgaris mit sogenannten Plaques. Das sind gerötete, klar begrenzte Hauterhebungen, die von silbrig glänzenden Schuppen bedeckt sind. Sie zeigen sich oft auf beiden Körperseiten, typischerweise an Kopfhaut, Ellbogen, Knien und unterem Rücken. Die Stellen können jucken und spannen, an Händen und Füßen schmerzhaft einreißen.

Bei einer anderen Form liegen die Herde in Hautfalten und schuppen kaum. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen kann nach einer Streptokokken-Infektion ein tropfenförmiger Ausschlag entstehen. Sehr selten wird fast die gesamte Haut entzündlich rot, dazu können Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl kommen. Diese sogenannte psoriatische Erythrodermie gilt als medizinischer Notfall und muss im Krankenhaus behandelt werden, bei solchen Anzeichen hilft im Notfall die Rettung unter 144.

Wie entsteht Psoriasis?

Psoriasis ist vor allem erblich bedingt, bei rund 40 von 100 Betroffenen kommt sie auch in der Familie vor. Damit sie ausbricht oder ein Schub entsteht, kommen meist Auslöser hinzu. Dazu zählen Infektionen, Rauchen, Sonnenbrand, bestimmte Medikamente und Hautverletzungen, etwa durch Kratzen.

Welche Folgen kann Psoriasis haben?

Die Entzündung kann über die Haut hinausgehen. Bei einem Teil der Betroffenen entzünden sich auch Gelenke, was Fachleute Psoriasis-Arthritis nennen. Die Schätzungen reichen je nach Quelle von 10 bis 30 von 100 Betroffenen. Wer Gelenkschmerzen oder steife Gelenke bemerkt, sollte das ärztlich abklären lassen, denn früh erkannt lassen sich Gelenkschäden eher vermeiden. Außerdem haben Menschen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auch die Seele leidet oft mit. Manche Betroffene werden gemieden, weil andere die Erkrankung irrtümlich für ansteckend halten. Das kann zu einem niedrigen Selbstbild und bis zu Depressionen oder Angststörungen führen.

Wie wird Psoriasis behandelt?

Die Grundlage ist eine tägliche rückfettende Hautpflege, auch in beschwerdefreien Zeiten, denn gepflegte Haut juckt weniger und reißt seltener ein. Bei leichter Psoriasis reichen meist Mittel zum Auftragen, vor allem Kortison oder mit Vitamin D verwandte Wirkstoffe. Die mit Vitamin D verwandten Wirkstoffe sollen nicht großflächig aufgetragen werden, damit es nicht zu einer Überdosierung kommt. Kortison kann bei längerer und starker Anwendung die Haut dünner machen.

Bei mittelschwerer und schwerer Psoriasis kommt eine Lichttherapie mit UV-Strahlen infrage. Sie kann die Haut wie ein Sonnenbrand reizen und bei häufiger und langer Anwendung das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Solarien sind dafür nicht geeignet, weil sich dort weder Lichtspektrum noch Dosis genau steuern lassen. Außerdem gibt es Tabletten, Spritzen und Infusionen, die gezielt in das Immunsystem eingreifen. Manche davon schwächen die Immunabwehr und dürfen bei bestimmten Erkrankungen nicht eingesetzt werden.

Weil Psoriasis das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht, empfehlen Fachleute einen Rauchstopp, regelmäßige Bewegung und das Vermeiden von Übergewicht. Bei großem seelischem Leidensdruck kann psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung helfen, viele empfinden auch Selbsthilfegruppen als entlastend.

Wer hilft in Österreich?

Zuständig sind Fachärzt:innen für Haut- und Geschlechtskrankheiten, erste Anlaufstelle kann auch die Allgemeinmedizin oder eine Primärversorgungseinheit sein. Notwendige und zweckmäßige Behandlungen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung, für manche Leistungen fallen Selbstbehalte an.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (10)